Hans-Jürgen Soldin. Aus meinem Leben 1920-1945

Film
28. September 2011
16:00 - 00:00 Uhr
Ort: Quedlinburg - Kulturzentrum Reichenstraße Quedlinburg (Kinosaal), Reichenstraße 1, 06484 Quedlinburg
Veranstalter: Langenstein-Zwieberge - Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge

Der in Gernrode (Harzkreis) lebende Hans-Jürgen Soldin gehörte zu den Wenigen in Deutschland, die in der NS-Zeit aktiv Widerstand leisteten. In einem Sprengstoffwerk in Dömitz sabotierte er die Herstellung von Munition. Er gehörte einer Widerstandsgruppe an, die als Laienspielgruppe getarnt in diesem Werk auftrat und äußerst beliebt war.

Innerhalb eines Jugendfilmprojektes der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge mit dem Dachverein Reichenstraße e.V. und dem Kreisjugendring Parchim e.V. begegneten ihm die Quedlinburger Anne Hubert und Gernot Golka Ende 2009 und befragten ihn nach seinem Leben während der Zeit des Nationalsozialismus. Unter Anleitung von Ray Behringer filmte Philipp Schulze diese Gespräche.

Es entstand ein leiser, nachdenklicher Dokumentarfilm, welcher die Begegnung junger Leute mit einem Mann festgehalten hat, der am Ende seines Lebens noch einmal Zeugnis ablegt. Die Anstrengung, die ihm das abverlangt, wird sichtbar, die Geduld auf beiden Seiten spürbar. Erzähler und Fragende gehen aufeinander ein und respektieren die Besonderheit des Anderen, die in ihrem großen Altersunterschied liegt.

Zu seinem 90. Geburtstag am 18. Juli 2010 konnte Hans- Jürgen Soldin eine Erstfassung des Films überreicht werden. Im Stillen hofften er und Ray Behringer noch in Badeborn drehen zu können, um das letzte, noch fehlende Detail zu ergänzen. Leider ließ es der Gesundheitszustand von Hans-Jürgen Soldin nicht mehr zu. Am 20. Mai 2011 starb er.

Einladung und Programm als PDF-Download