Gute Geschäfte Kunsthandel in Berlin 1933 - 1945

Ausstellung
5. Dezember 2012 -
30. Juni 2013
Ort: Mitte Museum Berlin
Veranstalter: Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.

Mehr als fünfundsechzig Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft ist eine Darstellung des Kunsthandels in Berlin in dieser Zeit noch immer ein Desiderat der Forschung. In der »Reichshauptstadt« Berlin, in den 1920er Jahren eine der Metropolen des internationalen Kunsthandels, wurden die Maßnahmen der nationalsozialistischen Kunst- und Kunsthandelspolitik ab 1933 unmittelbar wirksam. Die Ausstellung beleuchtet beispielhaft anhand der Geschichte von vierzehn Berliner Kunsthandlungen und Auktionshäusern, wie die NS-Kulturpolitik auf eine bis dahin weitgehend unabhängige Branche Einfluss nahm. Neben einigen prominenten Häusern werden auch kleine, bisher weitgehend unbekannte Galerien und Händler dokumentiert.

Viele Berliner Kunsthändler wurden Opfer der antisemitischen Verfolgung. Sie mussten ihr Geschäft aufgeben, und nicht allen gelang es, rechtzeitig zu emigrieren. Andere waren als Profiteure bei der Liquidation der Geschäfte ihrer verfemten Kollegen oder als Hehler beschlagnahmter und geraubter Kunst aktiv beteiligt. Hinzu kam ab 1937 der Handel mit den in deutschen Museen als »entartet« beschlagnahmten Werken der Moderne. Der freihändige Verkauf gegen Devisen ins Ausland verlief hauptsächlich über vier Kunsthändler. Drei von ihnen waren in Berlin tätig.

Zwischen 1933 und 1945 fand auf dem Berliner Kunstmarkt ein Verdrängungsprozess statt: während zahlreiche Kunsthandlungen schließen mussten, wuchs die Bedeutung von Auktionshäusern, die private Kunstsammlungen oder ganze Wohnungseinrichtungen von meist jüdischen Berlinern versteigerten. Bis zuletzt profitierte der Berliner Kunsthandel darüber hinaus vom Handel mit Beutekunst aus den im Krieg eroberten Gebieten.

Auch die Debatte um die Restitution verfolgungsbedingt entzogener Kunstwerke steht noch immer am Anfang. Erst seit einigen Jahren werden die Bestände der großen Berliner Museen und Sammlungen nach »Raubkunst« durchleuchtet. Nur wenige Bilder wurden seither den Nachfahren ihrer früheren Besitzer zurück gegeben. Den Blick der Öffentlichkeit auch hierauf zu lenken, ist ein Anliegen dieser Ausstellung, die von einer Arbeitsgruppe des Aktiven Museums e.V. erarbeitet wurde, das seit vielen Jahren vernachlässigte Aspekte der Geschichte Berlins im Nationalsozialismus erforscht.


Ausstellungseröffnung: 4. Dezember, 17:00 Uhr im Mitte Museum

Ausstellungsdauer: 5. Dezember 2012 bis Sommer 2013