In der Gedenkstätte Zellentrakt sind die Originalzeichnungen, Entwürfe, Medienstation und weitere Exponate zu der Graphic Novel Drei Steine zu sehen. Es gibt einen direkten Ansatz zu politischer Bildungsarbeit an Schulen dank dem Begleitprogramm und dem pädagogischem Begleitmaterial.
Die Eröffnung der Ausstellung findet am 14.10.2022 um 19 Uhr statt.
Ausstellung vom 14.10.2022 bis 12.2.2023 in der Gedenkstätte Zellentrakt, Rathausplatz 1, 32052 Herford, Kontakt: 05221 189257, info@zellentrakt.de
Geöffnet jeden Samstag und Sonntag von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr und nach Vereinbarung für Gruppen und Schulklassen.
Eintritt frei.
Als ein Mitschüler im Unterricht den Holocaust leugnet und weitere Nazi-Parolen äußert, lehnt sich Nils Oskamp dagegen auf und sagt ihm klar seine Meinung. Dadurch macht er sich zur Zielscheibe örtlicher Neonazis; es beginnt ein Kampf um das nackte Überleben. Nils Oskamp zeigt in eindringlichen Bildern, wie Lehrer und Polizei die Bedrohung nicht ernst nehmen und auch die Familie die Gefahr nicht erkennt. Mehrfach wird er von Neonazis krankenhausreif geschlagen. Die Spirale der Gewalt eskaliert und gipfelt in zwei Mordanschlägen. Die jugendlichen Schläger der Neonazis wurden von „Alten Kameraden“ angeworben und indoktriniert. Damals etablierte Seilschaften sind weiterhin aktiv und machen mit ihrem Handeln heute noch Schlagzeilen. DREI STEINE präsentiert basierend auf autobiografischen Erfahrungen eine Opfergeschichte rechter Gewalt. Die Graphic Novel erschien 2016 im Panini-Verlag und wurde im gleichen Jahr mit dem Rudolph-Dirks-Award (Comic-Preis) als beste Biografie ausgezeichnet.
Die in der Gedenkstätte Zellentrakt Herford präsentierte Ausstellung verdeutlicht die Entstehung einer gezeichneten Geschichte. Sie zeigt die mit Bleistift angefertigten und später am Computer weiterverarbeiteten
Original-Zeichnungen, Studien, Storyboards und Farbdrucke. Der Prozess der künstlerischen Entstehung der Graphic Novel DREI STEINE wird so erfahrbar. Texttafeln erklären den Kontext; in einer Medienstation sind weiterführende Filme und Audiobeiträge zu sehen. Mehrfach wurde die Ausstellung bereits auf Buchmessen als Gegen- pol zur Präsentation rechter Verlage gezeigt und ist in Herford das fünfte mal in einer NS-Gedenkstätte zu sehen.