Donnerstag, 17. Oktober 2024, 19:00 Uhr
Die Lebenserinnerungen der Glikl bas Judah Leib gehören zu den sehr
faszinierenden Büchern zur Geschichte des Judentums und zur Geschichte der
Frauen in Deutschland.
Glikl führte im 17. und 18. Jahrhundert ein Leben als Mutter, erfolgreiche
Geschäftsfrau und Jüdin. In den Nächten nach dem Tod ihres Ehemannes
begann sie ihre Erlebnisse aufzuschreiben und schuf damit die älteste
ausführliche Autobiographie einer Frau in Deutschland.
Frank Meier-Barthel von der Ev. Erwachsenenbildung wird spannende
Passagen aus den Memoiren Gliks vorlesen und kommentieren, etwa ihre
Erinnerung an die Begeisterung für Shabbtai Zvi, der von vielen Juden für den
Messias gehalten wurde, woraufhin Glikls Schwiegereltern bereits ihre Sachen
für die Heimkehr ins Gelobte Land packten.
Ein Exkurs geht auf Glikls Großvater Nathan ein: Er lebte in Detmold, von wo er
wie alle lippischen Juden 1614 vertrieben wurde. Auch Nathan unterzeichnete
den Protestbrief der jüdischen Gemeinschaft, in dem steht: Juden sind
„Menschen von Gott erschaffen“ und vor dem Gesetz wie Christen zu
behandeln – ein frühes Dokument des Ringen um Gleichberechtigung, und
dies aus der Region Ostwestfalen.
Eintritt frei
Eine Kooperation der Jüdischen Gemeinde Herford- Detmold,
der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Herford
und der Evangelischen Erwachsenenbildung.
Kontakt: Frank Meier-Barthel
Email: frank.meier-barthel@kirchenkreis-herford.de – Mobil: 0174-9379572.