2012 bietet die Begegnungsstätte Alte Synagoge wieder drei öffentliche Führungen durch das Wuppertaler Polizeipräsidium an.Der erste Termin in diesem Jahr: Montag, 26. März, 18.00 Uhr. Treffpunkt: Eingang Präsidium
Friedrich-Engels-Allee 228
Kosten: 5 €
Leitung: Michael Okroy M.A.
Eine Veranstaltung der Begegnungsstätte Alte Synagoge mit Unterstützung der Polizei
Das 1939 fertiggestellte Polizeipräsidium in Wuppertal ist ein Haus mit vielen Gesichtern - und Geschichten. Sie erzählen vom Terror des Nationalsozialismus, aber auch von Zivilcourage und vom demokratischen Neubeginn in Wuppertal. Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) und die Kripo organisierten von dort u.a. zwischen 1941 und 1943 die Deportation von Juden und "Zigeunern" aus Wuppertal, Remscheid und Solingen in die Ghettos und Vernichtungslager "im Osten". Nach 1945 diente das Gebäude dann als Sitz der britischen Militärregierung, als Entnazifizierungsbehörde und als "Neues Rathaus". In dieser Phase wurde das Präsidium zu Wuppertals wichtigstem Ort für den schwierigen Übergang von der Nazidiktatur zur Nachkriegsdemokratie. In den 1960er Jahren war das Gebäude dann sogar Schauplatz eines Aufsehen erregenden NS-Prozesses gegen Polizeibeamte, die 1941 an einer Massenmordaktion in Bialystok beteiligt waren.
Die Führung beleuchtet die bemerkenswerte Geschichte des im Krieg unzerstört gebliebenen und seit 1985 denkmalgeschützten Polizeipräsidiums, informiert über die Aufgaben und das Selbstverständnis der Polizei im NS-Staat und widmet sich auch seiner auffallenden Architektur. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei einigen monumentalen Wandbildern aus der NS-Zeit. Sie stammen von dem renommierten Historienmaler Hans Kohlschein, der auch an der Ausmalung von Schloss Burg beteiligt war und im Präsidium den Nationalsozialismus mit großformatigen Reiterfiguren der SS, Polizei und Wehrmacht als Verkörperung der "neuen Zeit" künstlerisch verewigt hat.
Dr. Ulrike Schrader
Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal
Genügsamkeitstraße
42105 Wuppertal
Tel. 0202-563.2843