Gespräche mit antifaschistischen Widerstandskämpferinnen
Am 8. September kommen auf Einladung der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) nach Berlin zwei herausragende polnische antifaschistische Widerstandskämpferinnen, Frau Janina Duda von der Vereinigung der Jüdischen KombattantInnen und Geschädigten des II. Weltkrieges sowie Adela Zurawska von der Vereinigung Polnischer KombattantInnen und Ehemaliger Politischer Häftlinge (ZKRP i BWP).
Frau Duda und Frau Zurawska werden am 9. September (Sonntag) an den Feierlichkeiten zum Tag der Mahnung und Erinnerung an die Opfer des Faschismus durch die Berliner VVN-BdA auf dem Tempelhofer Feld begrüßt. Am 10. September (Montag) nehmen sie an Zeitzeuginnen-Gesprächen mit Schülerinnen und Schülern der Robert-Jungk-Oberschule teil und pflanzen gemeinsam mit den SchülerInnen eine Erinnerungs-Birke aus der Nähe des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, die von der Lehrerin Joanna Nalewajka erworben wurde. Anschließend werden die beiden Frauen von Abgeordneten im Deutschen Bundestag empfangen.
PROGRAMM
Sonntag, 9. September
ca. 14:45 Uhr: Begrüßung und Gespräch auf der TdM-Bühne: Besuch aus Polen.
Wir danken den polnischen Befreierinnen!
http://www.tag-der-mahnung.de/programm.html
ca. 16:00 Uhr: Zeitzeuginnen-Gespräch im Antifa Café
Wo: Tempelhofer Feld
Eingang Columbiadamm/Lilienthalstraße
Wegbeschreibung
Bus 104 - Friedhöfe Columbiadamm
U6 - Platz der Luftbrücke (200 m)
U7 - Südstern (800 m)
Montag, 10. September
09:50-10:35 Uhr: Zeitzeugengespräch mit Schülerinnen und Schülern der Robert-Jungk-OS
10:45-11:30 Uhr: Feierliche Pflanzung einer Gedenkbirke aus der Nähe des KZ Auschwitz- Birkenau vor der Schule
Wo: Robert-Jungk-Oberschule
Sächsische Str. 58 (DS-Raum), 10707 Berlin
14:30-15:30 Uhr
Empfang durch Bundestagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE. im Reichstagsgebäude
Information zu den polnischen Gästen:
Janina Duda
geboren am 24. Dezember 1918 in Bialystok.
Janina Duda lebte und arbeitete vor dem Krieg in Bialystok wo sie als Lehrerin gearbeitet hat. Nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion floh sie im Herbst 1941 vor einer Deportation ins Ghetto in Richtung Polesien und Wolynien und versteckte sich dort bei Bauern und in den Wäldern. Ende 1942 trat sie dem 9. sowjetischen Partisanen-Bataillon unter Generalmajor Alexander Saburow bei. Ab März 1943 kämpfte sie in einer polnisch-ukrainischen Partisaneneinheit und ab Dezember 1943 in der Partisanen-Brigade von Hauptmann Nyrka. Als die 1. Polnische Armee zusammen mit der Roten Armee vorrückte, schloss sie sich im Januar 1944 der Grunwald-Brigade der 1. Polnischen Armee unter Gen. Berling an. Bereits im Juli 1944 wurde sie in einem Kommando-Einsatz per Fallschirm mit ihrem späteren Ehemann Teodor Duda hinter den feindlichen Linien in den Kozienickie Wälder abgeworfen, um den Widerstand der polnischen Partisanen der Armia Ludowa (AL) zu organisieren.
Adela Zurawska
geboren am 06. Juni 1923 in Kakolowice (bei Rzeszow) Adela Zurawska wurde nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in der Nacht vom 10. Februar 1940 nach Krasnouralsk im mittleren Ural verschleppt und arbeitete dort in einer Kupfermine. Nachdem am
30.07.1941 das Sikorski-Majski-Abkommen unterzeichnet wurde konnten am 12. August die Polnischen Sibirien-verschleppten amnestiert werden.
Bereits am 14. August wurde der Vertrag über den Aufbau der Polnischen Armee in der Sowjetunion abgeschlossen. Im Mai 1943 erhielt sie die Einberufung zur 1. Polnischen Division Tadeusz Kosciuszko, welche in Sielce an der Oka bei Moskau gebildet wurde. So kam sie in das Frauen-Bataillon "Emilia Plater" das am 3. Juni 1943 formiert wurde.
Nach einer Offiziersausbildung wurde sie Befehlshaberin der
Füsilier-Kompanie. Sie kämpfte u.a. am
Magnuszewsko-Warecki-Brückenkopf und bei der Befreiung Warschaus.