Sie ist unglaublich, kaum bekannt, aber wahr: Die Geschichte des „American Führer“ Fritz Julius Kuhn. Ein deutscher Auswanderer, der sich in den Dreißigerjahren eigenmächtig zu Hitlers Stellvertreter in Amerika erklärt und eine faschistische Gruppierung, den Amerikadeutschen Bund anführt. Seine Truppen marschieren mit Hakenkreuzfahnen und in Nazi-Uniform im Stechschritt durch New York, Chicago oder Los Angeles. Sie versammeln sich zu Tausenden in Stadien und singen das Horst-Wessel-Lied. Das FBI unterschätzt Kuhn und seine Bewegung. Selbst Hitler will ihn stoppen, schafft es aber nicht. Erst ein deutschstämmiger Journalist bringt Kuhn zu Fall. Sein Name: John C. Metcalfe. Unter seinem deutschen Namen Oberwinder schleicht er sich in den Amerikadeutschen Bund und recherchiert undercover. Seine Enthüllungen machen den Amerikanern klar: Ihr Land ist vom Faschismus bedroht! Nun nimmt das FBI den Kampf gegen den „American Führer“ auf.
Kuhns Propaganda-Arbeit und das gewaltige Presse-Echo sind ein Glücksfall für die Dokumentation „The American Führer“. Regisseurin Annette Baumeister hat für ihre Dokumentation einen nahezu unbekannten Fundus an Filmen, Fotos und Aufzeichnungen aufgetan. Penibel recherchiert und mit eindrucksvollen Bildern zeigt sie, in welchem Ausmaß Fritz Kuhn und der faschistische, antisemitistische Amerikadeutsche Bund in Amerika agierte und interviewt erstmals Howard H. Metcalfe, den Sohn des Undercover-Journalisten John C. Metcalfe.
Mediathek: Der Film ist online first ab 12. Juni, 15:00 Uhr und nach der Ausstrahlung 90 Tage lang in der ARD Mediathek verfügbar.