Aufgrund seiner besonderen Geschichte werden Erinnerung und Aufarbeitung seit Jahrzehnten in Deutschland großgeschrieben – speziell, wenn es um die kritische Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus geht. Der deutsche Weg der Vergangenheitskonfrontation beim Aufbau einer besseren Zukunft gilt oft als vorbildlich. Doch es stellt sich zunehmend die Frage, wie sich Erinnerungskultur in der Migrationsgesellschaft zeitgemäß gestalten lässt: wer erinnert an was und aus welcher Perspektive? Dabei geht es nicht nur um die Erinnerung an die NS-Zeit. Es betrifft genauso den öffentlichen Umgang mit der Geschichte der DDR oder die fehlende Aufarbeitung der deutschen Kolonialvergangenheit. Die wiederholte Betitelung rechter Anschläge als Einzelfall bis hin zur anhaltenden Diskriminierung von Minderheiten wie Sinti und Roma oder LGBTTIQ*-Personen in historischen Debatten ist ebenfalls kritisch zu hinterfragen.
Wie sieht also gutes gemeinsames Erinnern in einer vielfältigen, postmigrantischen Gesellschaft aus? Können jungen Menschen über kreativ-künstlerische und digitale Formen neue Zugänge zur Erinnerungskultur eröffnet werden?
Die Programmbegleitende Qualitätsentwicklung PROQUA „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ der Akademie der Kulturellen Bildung lädt ein zur hybriden Fachkonferenz.
Die Tagung findet mit Unterstützung des Arbeitskreises Gedenkstättenpädagogik und der Türkischen Gemeinde in Deutschland statt und richtet sich an Fachkräfte aus Kultur-, Bildungs- und Sozialarbeit, Museen und Gedenkstätten, Soziokulturellen Zentren, Migrantenorganisationen, Freiwilligen- und Jugendorganisationen und ist offen für alle Interessierte.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Sie haben die Wahl zwischen Online- und Vor-Ort-Teilnahme. Fahrtkosten können bei Anreise erstattet werden.
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