Symposium zum Gedenken an die Opfer von Patient:innenmorden und Zwangssterilisation zur Zeit des Nationalsozialismus
Der Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 war gleichzeitig der Auftakt für die Schrecken der NS-Patient:innenmorde. Die Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie gedenken seit 2009 am ersten Septemberwochenende mit einer Informationsveranstaltung unter der Überschrift »Gegen das Vergessen – Aus der Geschichte
lernen« der Opfer des Euthanasieprogramms der Nationalsozialsten.
In diesem Jahr steht zum einen die Frage im Mittelpunkt, wie es gelingen kann, eine konstruktive Erinnerungskultur zu pflegen und weiter zu entwickeln, die vor allem in der Lage ist, junge Menschen zu erreichen. Zum anderen geht es um die stets aktualisierte Forschung, für die sich der »Arbeitskreis zur Erforschung der nationalsozialistischen Euthanasie und Zwangssterilisation« seit 1983 verantwortlich zeigt.
Kirsten Kappert-Gonther, Sozialpsychiaterin und stellvertretende Vorsitzende im Gesundheitsausschuss des Bundestags wird das Symposium eröffnen. Sie wird sich der Frage widmen, welche Verantwortung die Politik hinsichtlich der Pflege einer aktiven Erinnerungskultur innehat, was die Politik in der öffentlichen Auseinandersetzung aber auch von der Zivilgesellschaft erwartet und durchaus fordert.
Michael Wunder ist einer der Mitgründer und aktiv Tätigen des »Arbeitskreises zur Erforschung der nationalsozialistischen Euthanasie und Zwangssterilisation«. Der Arbeitskreis hat im Juni eine dreitägige Tagung durchgeführt. Michael Wunder wird uns einen Einblick in die Tagungsergebnisse geben und die heutige Bedeutung des Gedenkens hervorheben. Außerdem wird er auf die Rolle und das Wirken des 2022 verstorbenen Mitgründers des Arbeitskreises sowie der DGSP, Klaus Dörner, in Bezug auf die Erforschung und die Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer, eingehen.
In der abschließenden Diskussionsrunde soll erörtert werden, wie für junge Menschen und auch neue Mitarbeiter:innen eine Erinnerungskultur nicht nur erhalten bleibt, sondern lebendig ist und dauerhaft zur Entstigmatisierung beiträgt. An der Diskussionsrunde werden teilnehmen, stellvertretend für junge Menschen, Franziska Lagg, Vorstandsmitglied der Berliner Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (BGSP), Rainer Schaff als Vertreter der Psychiatrieerfahrenen sowie die Referent:innen Kirsten Kappert-Gonther und Michael Wunder.