Begleitprogramm zur Gedenkveranstaltung für die Opfer der "Euthanasie" und Zwangssterilisation
Der Beginn des Zweiten Weltkriegs war gleichzeitig der Auftakt für die Schrecken der NS-Patientenmorde. Am 01. September 2014 jährt sich das Ereignis zum 75sten Mal.
Zum fünften Male veranstalten die 12 Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie am ersten Septemberwochenende eine Veranstaltung unter der Überschrift "Gegen das Vergessen: Aus der Geschichte lernen".
Im Mittelpunkt des diesjährigen Programms steht der Diskurs um den "Wert" des Menschen indessen enger wechselseitiger Abhängigkeit von gesellschaftlichen Verhältnissen und deren Entwicklung. Die individuelle Herausbildung von Werten und Normen wird geprägt von den Leitbildern und Normen der Gesellschaft. Es stellt sich die Frage, wie ein spezifischer gesellschaftlicher Nährboden bestimmte Werte und Haltungen fördern, zulassen aber auch be- und verhindern kann.
Die Beiträge des Fachtags konzentrieren sich vorrängig auf Einstellungen und Haltungen, die die nicht hintergehbaren Würden jedes Menschen in Frage stellen.
Vorträge und Diskussionen im Auditorium der Stiftung Topographie des Terrors
Moderation: Dr. Katharina Ratzke
14:00 Uhr: Begüßung durch die Stiftung Topographie des Terrors
14:15 Uhr: Der Wert des Menschen und die Bewertung menschlichen Lebens von 1914 bis 1934 - Welche Rolle spielt der 1. Weltkrieg? - Dr. Susanne Doetz (Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, Berlin)
15:00 Uhr: "Verworfenes Leben" - Von den "Überflüssigen" in der Spätmoderne durch den alltäglichen Ausschluss - Prof. em. Heiner Kneupp (Reflexive Sozialpsychologie, Universität München)
15:45 Uhr: Pause
16:15 Uhr: Welche Werthaltungen finden sich in den aktuellen Diskussionen über Reformen in unserem Sozialsystem und über die Sterbehilfe - Ulla Schmidt (MdB, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Ministerin a. D., Berlin)
Ca. 17:00 Uhr: Ende des Veranstaltung