30 Überlebende mit Angehörigen und Begleitern zu Gast in Weimar. Öffentliche Veranstaltungen vom 10. bis 14. April 2014. Widerstand und Befreiung, Vernichtung der ungarischen Juden seit Sommer 1944 und Alliierte Flieger in Buchenwald bilden inhaltliche Schwerpunkte. Neue Kooperationsvereinbarung mit dem Thillm.Weimar.
Anlässlich des 69. Jahrestages der Befreiung werden auf Einladung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora 30 ehemalige Häftlinge sowie Angehörige und Hinterbliebene in Weimar erwartet. Sie kommen aus allen Teilen Europas sowie aus Israel, Australien, Kanada und den USA. Viele der ehemaligen Häftlinge überlebten Buchenwald und seine Außenlager als Kinder und Jugendliche.
Als am 11. April 1945 Soldaten der 3. US-Armee auf die Klassikerstadt vorrückten, stießen sie nordwestlich von ihr auf dem Ettersberg auf ein weitgehend intaktes Lager mit etwa 21.000 überlebenden Häftlingen. Insgesamt hatte die SS von der Gründung des Lagers im Juli 1937 bis zur Befreiung dort mehr als eine Viertelmillion Menschen aus über 50 Nationen gefangen gehalten. Etwa 56.000 Menschen wurden in Buchenwald und seinen 136 Außenlagern von der SS ermordet oder fanden infolge schlechter Lebensbedingungen, von Hunger und Krankheiten den Tod.
Den damaligen Ereignissen widmet sich ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm unter der Schirmherrschaft von Christoph Matschie, Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Diesjährige inhaltliche Schwerpunktthemen sind Widerstand und Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald, die Vernichtung der ungarischen Juden seit Sommer 1944 und Alliierte Flieger in Buchenwald.
Um Ihnen das Programm im Einzelnen vorzustellen und Ihre Fragen zu beantworten, laden wir Sie am Mittwoch, dem 9. April 2014 um 13 Uhr herzlich zu einem Pressegespräch in die Gedenkstätte Buchenwald (Internationale Jugendbegegnungsstätte, Haus 6, Film- und Vortragsraum) ein. Dabei werden Professor Dr. Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, und Dr. Andreas Jantowski, Direktor des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) auch eine neue Kooperationsvereinbarung unterzeichnen. Sie führt die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit beider Institutionen in der historisch-politischen Bildungsarbeit fort.
PROGRAMMÜBERSICHT
Öffentliche Veranstaltungen vom 10. bis 14. April 2014 an verschiedenen Orten unter Schirmherrschaft des Thüringer Ministers für Bildung, Wissenschaft und Kultur Christoph Matschie.
Eintritt frei.
Donnerstag, 10. AprilWeimar, Jugend- und Kulturzentrum mon ami, Goetheplatz 1119:30 Uhr:
Demokratische Geschichtskultur? Die Vernichtung der ungarischen Juden vor 70 Jahren und die aktuelle (Geschichts-) Politik in Ungarn. Ein Gepräch mit Éva Pusztai, jüdische Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald und Dr. Ferenc Laczó, Imre Kertész Kolleg Jena, moderiert von PD Dr. Jörg Ganzenmüller, Friedrich-Schiller-Universität Jena und Prof. Dr. Volkhard Knigge, Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
Eine Veranstaltung mit dem Imre Kertész Kolleg an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Freitag, 11. April
Gedenkstätte Buchenwald13.30 Uhr:
„Widerstand und Befreiung“. Führung von Dr. Harry Stein zum Ende des Konzentrationslagers Buchenwald
Treffpunkt: Am Lagertor
15.15 Uhr: Rundgang des Gedenkens an historische Orte im ehemaligen Häftlingslager, Beginn auf dem ehemaligen Appellplatz
Begrüßung:
Prof. Dr. Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung
Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
Ansprachen:
Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende von
Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag
Éva Pusztai, jüdische Überlebende der
Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald
Weitere Stationen:
- Gedenkstein für sowjetische Kriegsgefangene
- Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma
- Jüdisches Mahnmal
- Gedenkstein für die Frauen in den Außenlagern
- Krematorium
Weimar, Jugend- und Kulturzentrum mon ami, Goetheplatz 1119.30 Uhr:
Öffentliches Zeitzeugengespräch mit Alexander Rothman, jüdischer Überlebender der Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald
Eine Veranstaltung mit dem Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar
Sonntag, 13. April
Gedenkstätte Buchenwald12.15 Uhr:
„Widerstand und Befreiung“. Führung von Dr. Harry Stein zum Ende des Konzentrationslagers Buchenwald
Treffpunkt: Am Lagertor
13.30 Uhr: Zentrale Gedenkveranstaltung des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD) auf dem ehemaligen Appellplatz
Begrüßung:
Bertrand Herz, Präsident des IKBD
Grußwort:
Christoph Matschie, Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Ansprachen:
Floréal Barrier, Vorsitzender des Beirates Überlebender des Konzentrationslagers Buchenwald an der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
Ed Carter-Edwards, als Angehöriger der kanadischen Luftwaffe Häftling im Konzentrationslager Buchenwald
Elling Kvamme, ehemaliger norwegischer Häftling des Konzentrationslagers Buchenwald
Worte persönlichen Gedenkens:
Emmanuel Nahshon, Angehöriger und scheidender Gesandter der Botschaft des Staates Israel in Berlin
15.00 Uhr: Einweihung des Gedenksteins für Alliierte Flieger im KZ Buchenwald am Block 45 mit ehemaligen deportierten Angehörigen der Alliierten Luftwaffe
Montag, 14. April
Weimar, Jugend- und Kulturzentrum mon ami, Goetheplatz 1119.00 Uhr:
„Lost Airmen of Buchenwald“. Filmpräsentation und anschließendes Gespräch mit in das Konzentrationslager Buchenwald deportierten Angehörigen der Alliierten Luftwaffe und Regisseur Mike Dorsey
(USA 2011, 114 Min., OmU)
Weitere Veranstaltungen
Freitag, 11. bis Montag, 14. April
An verschiedenen Orten
Begegnungen ehemaliger Häftlinge der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora mit Jugendlichen in Kooperation mit Thüringer Schulen
Gedenkstätte Buchenwald, Internationale Jugendbegegnungs-stätte
Fortbildung für Multiplikatoren im schulischen und außerschulischen Bereich, Referendare und fortgeschrittene Studierende
Freitag, 11. April
Nahe dem Obelisken am Beginn der „Blutstraße“11.00 Uhr:
Pflanzung einer Buche zu Ehren von Robert Büchler (1929-2009), ehemaliger jüdischer Häftling, Historiker, Archivdirektor, Friedensaktivist, unermüdlicher Streiter für die Erinnerung an die Kinder des Kleinen Lagers im KZ Buchenwald,
im Projekt „1000 Buchen für Buchenwald“, initiiert vom Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V.
Sonntag, 13. April
Weimar10.00 Uhr: Gang vom Vorplatz des Hauptbahnhofs aus über die ehemalige Bahntrasse zum Konzentrationslager bis zur Gedenkstätte Buchenwald in Begleitung von Vertretern der Initiative Gedenkweg BuchenwaldbahnGedenkstätte Buchenwald10.00 Uhr:
Treffen von deutschen Überlebenden und Angehörigen im Kinosaal (eine Veranstaltung der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e.V.)