Geboren am 15. September 1907 in Mannheim - ermordet am 2. Februar 1945 in Berlin-Plötzensee
Im März 1942 trat Delp erstmals mit Helmuth James Graf von Moltke in Verbindung, der den Jesuiten-Provinzial Augustinus Rösch um einen Soziologen gebeten hatte. Es ging um die Planung einer christlichen Sozialordnung nach dem zu erwartenden Zusammenbruch des Dritten Reichs. Im Mai und Oktober 1942 sowie im Juni 1943 nahm Delp an mehrtägigen Treffen teil. Der Kreis um Moltke, nach dessen Gut in Schlesien„Kreisauer Kreis“ genannt, war keine Widerstandsbewegung im strengen Sinn. An einen gewaltsamen Umsturz war nicht gedacht. Moltke wurde im Januar 1944 verhaftet, weil er einen Freund vor dessen bevorstehenden Verhaftung gewarnt hatte. Seine konspirative Arbeit wurde jedoch nicht entdeckt. Ein Teil des Kreisauer Kreises, zu dem auch die Jesuiten Rösch, Delp und Lothar König gehörten, schloss sich daraufhin der Umsturzbewegung an. Nichtsahnend besuchte Delp Anfang Juni 1944 Claus Graf von Stauffenberg in Bamberg. Von dessen Verhaftung
am Morgen des 21. Juli, dem Tag nach dem Hitler-Attentat in der Wolfschanze, war er völlig überrascht: Sieben Tage später wurde Delp selbst verhaftet.
Zuvor war Delp, zumeist auf Veranlassung seines Ordensbruders Karl Rahner, wiederholt in Wien, um in Kardinal Innitzers „Generalstab“, wie dieser den „Theologischen Arbeitskreis" um Prälat Karl Rudolf nannte, mitzuarbeiten. Die hochkarätige Denkwerkstatt war das, was man heute einen „Think Tank“ nennt. 1943 wurde Delp von Otto Mauer zu einem Vortrag innerhalb der Priesterfortbildungskurse eingeladen. „Während eines Frühstücks mit ihm, K. Rahner und einigen Mitarbeitern des Seelsorgeamtes“, hielt die 1997 verstorbene
Pionierin der kirchlichen Erwachsenenbildung Margarete Schmid fest, „wurden allen die Haltung und das Vorgehen P. Delps dem NS-Regime gegenüber klar.“
Karl Rahner sagte „mit einem gewissen Stolz, dass Delp ein guter Freund von mir war“: Er hatte dem Novizen Delp zwischen 1927 und 1929 in Feldkirch „noch etwas sein Latein im Noviziat aufpolieren“ helfen müssen. Der Kontakt zwischen den beiden riss in der Folgezeit nie ab. Zweimal wurde die Zulassung Delps zu den Letzten Gelübden aufgeschoben, schließlich legte er sie am 8. Dezember 1944 im Gefängnis, mit gefesselten Händen, in die Hände von Franz von Tattenbach SJ ab.
An seine Mitbrüder schrieb Delp am Tag seiner Hinrichtung: „Der eigentliche Grund der Verurteilung ist der, dass ich Jesuit bin und geblieben bin. Eine Beziehung zum 20. Juli war nicht nachzuweisen. Auch die Stauffenberg-Belastung ist nicht aufrechterhalten worden. Andere Strafanträge, die wirklich Kenntnis des 20.
Juli betrafen, waren viel milder und sachlicher. Die Atmosphäre war so voll Hass und Feindseligkeit. Grundthese: ein Jesuit ist a priori der Feind und Widersacher des Reiches.“
18.00 Uhr Gottesdienst, 19.00 Uhr Empfang im Pfarrsaal, 20.00 Uhr Vortrag