Der 27. Januar, der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, wurde im Jahr 1996 in der Bundesrepublik Deutschland als Gedenktag für die Opfer des NS-Regimes ins Leben gerufen.
Seit der Eröffnung des Dokumentations– und Begegnungshauses an der Gedenkstätte SS-Sonderlager /KZ Hinzert im Jahr 2005 gestaltet der Förderverein Gedenkstätte KZ Hinzert e.V. gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) ein Programm der Erinnerung und des Gedenkens an dem diesem Tag nächstliegenden Sonntag.
Tagesprogramm
11.00 Uhr | Öffentliche Führung |
14.00 Uhr | Öffentliche Führung |
15.00 Uhr | Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus |
| Ansprache Dieter Burgard – Bürgerbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz |
| Für den musikalischen Rahmen sorgt: Manfred Pohlmann |
anschließend Uraufführung des im Auftrag des Fördervereins erstellten Dokumentationsfilms
„Dir sid net vergiess“
Das Konzentrationslager Hinzert
Ein Film von Julian Weinert
Der Autor und Regisseur des Films wird anwesend sein und steht nach der Aufführung für Fragen zur Verfügung.
„Dir sid net vergiess“ – Das Konzentrationslager Hinzert
Ein Film von Julian Weinert (78 min)
Hinzert, ein Dorf inmitten des Hunsrücks, 20 Kilometer südöstlich der Stadt Trier gelegen.
Abseits der Ortschaft befand sich während der Nazi-Diktatur ein Konzentrationslager, in dem es auch zu Massenexekutionen kam. Der Dokumentarfilm "Dir sid nët vergiess!" begleitet eine luxemburgische Schülergruppe während einer Besichtigung der heutigen Gedenkstätte. Wie begegnen die Jugendlichen den Gräuel der Vergangenheit? Welche Lehren ziehen sie aus der Geschichte? In die Begleitung werden Interviews mit Historikern und Zeitzeugen, darunter einer der letzten Überlebenden des KZ Hinzert, eingebettet. Dabei wird deutlich, dass es sich zwar um ein vergleichsweise kleines Lager handelte, welches jedoch über einige Besonderheiten verfügte, die es innerhalb des deutschen Lagersystems einzigartig machten.
Eine Produktion des Förderverein Gedenkstätte KZ Hinzert e.V. in Kooperation mit dem Institut für Mediengestaltung und dem Studiengang Zeitbasierte Medien an der Hochschule Mainz, gefördert durch die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur und die LOTTO Rheinland-Pfalz-Stiftung, mit freundlicher Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.
Julian Weinert über seinen Film:
Angesichts des weltweiten Erstarkens antidemokratischer und rechtspopulistischer Kräfte ist die Gedenkarbeit samt der Aufklärung über Faschismus und Rassismus heute wichtiger denn je. Der Film ist ein Plädoyer für das Erinnern und die politische Bildung. Dabei war es mir eine große Ehre, einen der letzten Überlebenden des KZ Hinzert, der zuvor noch nie interviewt worden war, im Rahmen des Projektes treffen zu dürfen. In naher Zukunft wird es leider keine Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mehr geben, die uns ihre Geschichten unmittelbar schildern können. Umso wichtiger werden dadurch die Arbeit von Gedenkstätten und auch die filmischen Zeugnisse.
Biografie Julian Weinert:
Julian Weinert wurde am 6.3.1989 in Neunkirchen (Saar) geboren. Im Jahr 2014 erlangte er einen Bachelor of Arts in Medienwissenschaft und Germanistik an der Universität Trier. Hier realisierte er bereits erste Kurzfilm- und Medienprojekte. Im Anschluss absolvierte er ein Master-Studium der Zeitbasierten Medien mit den Schwerpunkten Film und Medienkunst an der Hochschule Mainz. "Dir sid nët vergiess!" ist sein Langfilm-Debüt.