Am 8. Mai wurde im Rathaus Tübingen der Geschichtspfad zum Nationalsozialismus eröffnet. Der Geschichtspfad mit 16 Stationen ist in Text und Bild auch online: www.tuebingen.de/ns_geschichtspfad, weitere Infos unter www.geschichtswerkstatt-tuebingen.de Die Geschichtswerkstatt Tübingen bietet öffentliche Führungen zum Geschichtspfad an: Sonntag, 22. Mai, 15 Uhr
Treffpunkt am Tübinger Rathaus
Führung mit Jens Kolata und Dr. Martin Ulmer Samstag, 04. Juni, 15 Uhr
Treffpunkt Neue Aula, Geschwister-Scholl Platz
Führung in englischer Sprache mit Benedict von Bremen Sonntag, 26. Juni, 15 Uhr
Treffpunkt Synagogenplatz, Gartenstraße 33
Führung mit den Jugendguides Valentin Heinze, Aglaia Kootz und Clara Wolkenhauer Die Teilnahme an den Führungen ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Falls Sie Führungen für Schulklassen und andere Gruppen wünschen, wenden Sie sich bitte an:
info@geschichtswerkstatt-tuebingen.de, Tel. 07071-763555, Handy: 0174-3046043 Der Geschichtspfad zum Nationalsozialismus führt in der Innenstadt von Tübingen an 16 Stellen zu authentischen Orten des Nationalsozialismus. Der Geschichtspfad besteht aus 16 Stationen. An jeder Station – erkennbar an einer Stele – wird über die Geschichte des jeweiligen Ortes informiert. Über einen QR Code können die Texte auf Deutsch und Englisch abgerufen werden. Der Pfad folgt keiner bestimmten Reihenfolge, jede Stele kann für sich gelesen werden. Der Pfad kann – muss aber nicht – am Denkmal Synagogenplatz begonnen werden. Der Geschichtspfad wurde initiiert von der Geschichtswerkstatt, an der Konzeption hat sich die Universität Tübingen mit dem Arbeitskreis Universität im Nationalsozialismus Tübingen beteiligt, da an der Universität Zwangssterilisationen und rassekundliche Forschungen betrieben wurden. Tübingen war bereits vor 1933 eine Hochburg des Nationalsozialismus. Die Universität brüstete sich 1933 damit, dass sie "judenfrei" sei. Der Gemeinderat setzte 1933 als erste Stadt reichsweit den sogenannten Freibadbeschluss durch, wonach jüdischen Bürgerinnen und Bürgern der Besuch des Freibads verboten war. Auch einige der am Holocaust und der Deportation jüdischer Bürger an höchster Stelle direkt beteiligten Nationalsozialisten stammen aus Tübingen.
Die Geschichtswerkstatt hat sich daher schon früh für einen Geschichtspfad eingesetzt mit dem Ziel, nicht nur die Tübinger Bürgerschaft, sondern auch die vielen Besucherinnen und Besucher Tübingens nicht nur mit seiner ruhmreichen Geschichte, sondern auch auch über die Beteiligung Tübingens an den Verbrechen des Nationalsozialismus zu informieren. Die Stadt Tübingen beteiligt sich an der Realisierung und der Finanzierung des Geschichtspfades. Für die Konzeption und die Texterstellung sind die Mitglieder des Arbeitskreises Geschichtspfad (bestehend aus Mitgliedern der Geschichtswerkstatt, des Arbeitskreises Universität im Nationalsozialismus, der Jugendguides, des Jugendgemeinderats und des Kulturamts) verantwortlich. Mit der grafischen Gestaltung und der Realisierung der Stelen wurde das Ulmer Büro Braun und Engels beauftragt.