Vortrag von Dr. Beate Meyer, Hamburg:
Fritz Benscher –
Ein Holocaust-Überlebender als
Rundfunk- und Fernsehstar Mittwoch, 6. Dezember 2017, 18:15 Uhr Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 311 »Leider hatte der ›Führer‹ keine großen Sympathien für mich.« So umschrieb Fritz Benscher (1904–1970) die Jahre nach 1933 und seine Haft in Theresienstadt, Auschwitz und Dachau. Während der Weimarer Republik hatte er erste Erfahrungen am Theater und beim jungen Rundfunk gesammelt. Nach der Befreiung wurde er Oberspielleiter bei Radio München, dem späteren Bayerischen Rundfunk. Mit bissigem Witz und der Absicht, über die NS-Verbrechen aufzuklären, verschrieb er sich der Reeducation seiner Landsleute. Während konservative Politiker, kirchliche Würdenträger und Antisemiten Anstoß an seinen Beiträgen nahmen, liebte ihn die Mehrzahl seiner Hörerinnen und Hörer. In den 1960er Jahren setzte er seine Karriere erfolgreich als Moderator, Quizmaster und Schauspieler im Fernsehen fort. Beate Meyer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg.