„Tu Deinen Mund auf …!“ (Spr 31,8)
Ökumenisches Friedensgebet der Region München (BDKJ und EJM)
(Bund der Deutschen Katholischen Jugend und Evangelische Jugend München) In die Konzentrationslager – so auch nach Dachau – haben die Nationalsozialisten Menschen verschleppt, die ihnen im Weg waren. Wer Kritik übte, brachte sich in Gefahr: ‚Pass auf, was Du sagst, sonst kommst nach Dachau!‘ war eine immer wieder ausgesprochene Warnung.
Viele haben sich nicht daran gehalten und dafür Gefangenschaft und Demütigung in Kauf genommen – sie wollten sich nicht den Mund verbieten lassen – und das Unrecht nicht ohne Widerstand hinnehmen.
Durch die Hilfe für verfolgte Mitmenschen haben nicht wenige selbst Verfolgung riskiert. Immer wieder aber wurden auch Menschen gerettet, weil sich andere für sie eingesetzt haben.
8 Tu deinen Mund auf für die Stummen | und für die Sache aller, die verlassen sind.
9 Tu deinen Mund auf und richte in Gerechtigkeit | und schaffe Recht dem Elenden und Armen.
So steht es im Buch der Sprüche Salomos (Kap 31), einer Sammlung von Weisheitsworten im Ersten Testament für ein gutes Leben. Menschen, die sich für andere einsetzen, öffnen die Tür zu einer Welt des Friedens und der Gerechtigkeit.
Am Vortag des Ewigkeitssonntags (evang.) bzw. des Christkönigsfestes (kath.) laden wir ein zum Gedenken an die Opfer der Vergangenheit und zum Gebet für die leidenden, die verachteten, die verstoßenen, die ausgegrenzten Menschen der Gegenwart. Sie alle brauchen Hilfe und Unterstützung – die beginnt damit, dass wir nicht wegschauen und schweigen, sondern die Menschen in ihrer Not wahrnehmen und für sie unseren Mund öffnen, d.h. benennen, was wir sehen und hören, und beitragen, diese Nöte zu lindern.
Beginn am Appellplatz / Internationales Mahnmal
www.gedenkstaettenseelsorge.de/files/dokumente/171-2015_OEk_Friedensgebet_Einladungsblatt_B.pdf