NS-Dokumentationszentrum München, Auditorium
Eintritt frei. Mit einer Voranmeldung per E-Mail sichern Sie sich einen Sitzplatz: veranstaltungen.nsdoku@muenchen.de
Als die Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland immer mehr zunahmen, fassten einige von ihnen den Entschluss, unterzutauchen. Etwa 10.000 bis 15.000 Juden versuchten auf diesem Weg dem nationalsozialistischen Völkermord zu entgehen. Mit Hilfe von Verwandten, Freunden und Bekannten, z.T. auch durch die Unterstützung Fremder flüchteten sie in ein Leben im Untergrund und in der Illegalität. Nur maximal 5.000 von ihnen überlebten den Krieg, die meisten in Berlin.
Die Möglichkeiten für ein Leben im Versteck waren regional sehr unterschiedlich. Susanna Schrafstetter befasst sich in ihrem Vortrag mit den Schicksalen der untergetauchten Juden in München, die sich auf diese Weise den Deportationen entzogen. Sie analysiert die Handlungsoptionen und -strategien dieser Menschen und ihrer Helfer und identifiziert Fluchtwellen und -routen. Die Lebenswege der Überlebenden zeichnet sie bis in die Nachkriegszeit hinein nach. Schrafstetter bringt aber auch die andere Seite zur Sprache: die verschiedenen Methoden und perfiden Tricks, mit denen sich Teile der deutschen Bevölkerung an den flüchtenden Juden und ihrer ausweglosen Situation bereicherten.
Prof. Dr. Susanna Schrafstetter promovierte 1998 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Als Associate Professor of History lehrt sie seit 2009 Geschichte an der Universität Vermont (USA)