Eine Veranstaltung aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar.
ROADS beschreibt Jessica Jacobys Annäherung, zum einen an ihren früh verstorbenen Vater Claude Jacoby, zum anderen an seine Eltern, ihre Großeltern. Aus den Briefen, die sie ihm zwischen 1938 und 1941 bis zu ihrer Deportation von Düsseldorf nach Minsk schrieben, und seinem Tagebuch, das er über diesen Zeitraum in New Orleans führte, entsteht mittels Archivmaterial, Photos und neuen Aufnahmen ein Dialog. Die wachsende Bedrohung der Eltern in Nazideutschland sowie die verzweifelten Bemühungen ihres Sohnes, in den USA nicht nur Fuß zu fassen, sondern auch angesichts eines flüchtlingsfeindlichen Klimas die Eltern retten zu wollen, wird hier ebenso deutlich wie die Entwicklung des sensiblen jungen Mannes voller Hoffnung hin zu einer von Schuldgefühlen, Einsamkeit, Skepsis und Resignation bestimmten Persönlichkeit, deren allmähliche Selbstzerstörung sich hier schon andeutet. Mit dem Ende des Tagebuches übernimmt Jessica die Erzählperspektive mit teilweise gezeichneten Kindheitserinnerungen an ihren Vater und ihre Auseinandersetzung mit seiner Geschichte.
Anschließend eine Filmdiskussion mit Regisseurin Jessica Jacoby.