Was hörten die verschwundenen Inhaftierten von der Außenwelt?
Was ahnten die Nachbarn von der Innenwelt?
Wie lassen sich diese Schilderungen und Bilder heute zusammenbringen?
Während der letzten Diktatur in Argentinien (1976-1983) verschwanden zehntausende Personen, verfolgt für ihren politischen oder gewerkschaftlichen Aktivismus. Die geheimen Gefangenenzentren, in denen sie vor ihrer Ermordung gefoltert wurden, dienten auch als Abschreckung gegenüber dem Rest der Bevölkerung. Vielleicht war dies der Grund, warum sie im urbanen Geschehen der Städte gut integriert waren und so die verheerende Koexistenz von alltäglichem Leben und Terror ermöglichten. Ihre Umgestaltung in Orte der Erinnerung soll sowohl für die Nachbarn als auch für die gesamte Gesellschaft ein Impuls zum Nachdenken sein. Über die Suche nach den Kontaktpunkten dieser Orte mit der Stadt des täglichen Lebens hinterfragt die Reihe die gesellschaftlichen Dynamiken, die zu Vernichtungen wie den in Argentinien geschehenen führen. Sie beinhaltet Aussagen von Überlebenden, Familienangehörigen verschwundener Personen, Nachbarn und Nachbarinnen,
Forschern und Forscherinnen, sowie von Personen, die für das Wiederauffinden und Umwandlung dieser Orte arbeiten. In Gegenüberstellung zu den schmerzhaften Geschehnissen der Vergangenheit zeigt sich eine Gegenwart voller Lebendigkeit und Tatendrang, die jedoch Fragen und Debatten nicht entbehrt.