„,Erschossen in Moskau…ʻ Die deutschen Opfer des Stalinismus auf dem Moskauer Friedhof Donskoje 1950 – 1953“

21. Januar 2015
18:00 - 00:00 Uhr
Ort: Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam
Veranstalter: Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam

Die Ausstellung präsentiert das Schicksal der fast 1000 Deutschen, die Anfang der 1950er Jahre von sowjetischen Militärtribunalen zum Tode verurteilt und in Moskau hingerichtet wurden, unter ihnen zahlreiche ehemalige Häftlinge des Gefängnisses Leistikowstraße Potsdam. Ihre Asche wurde auf dem Moskauer Friedhof Donskoje in anonymen Massengräbern verscharrt. Seit zehn Jahren erinnert dort ein Gedenkstein an die 927 Opfer, darunter 60 Frauen. Die länderübergreifenden Forschungen zu diesem Thema, die 2004 von der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial und Facts & Files- Historisches Forschungsinstitut Berlin begonnen wurden, dauern noch an. Viele Schicksale konnten noch immer nicht endgültig geklärt werden. Mit der Ausstellung, die von Facts &Files erarbeitet und von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur finanziert wurde, sollen die Namen der Opfer dem Vergessen entrissen und gleichzeitig Zeitzeugen, Angehörige und Freunde um Ergänzungen zu den bisher ermittelten Informationen gebeten werden.


Die Ausstellung ist Teil eines mehrteiligen Projektes zu hingerichteten Häftlingen des sowjetischen Untersuchungsgefängnisses Leistikowstraße Potsdam, das die Gedenkstätte dank der Förderung durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in diesem Jahr realisieren kann. In diesem Rahmen wird die Gedenkstätte in Zusammenarbeit mit Facts & Files eine Broschüre erarbeiten, die alle Häftlinge des Gefängnisses Leistikowstraße biografisch vorstellt, die in den 1950er Jahren Todesopfer des Geheimdienstes wurden und deren Asche auf dem Donskoje-Friedhof verscharrt wurde. Mittlerweile konnte die Gedenkstätte im Rahmen ihrer Forschungen mehr als 80 Namen von Betroffenen ermitteln. Darüber hinaus wird sich die diesjährige Themenwoche der Gedenkstätte vom 26. Juni bis 1. Juli 2015 ebenfalls diesem Thema widmen.



Mittwoch, 21. Januar 2015, 18 Uhr

Ausstellungseröffnung: „,Erschossen in Moskau…ʻ Die deutschen Opfer des Stalinismus auf dem Moskauer Friedhof Donskoje 1950 – 1953“

Eine Wanderausstellung von Facts & Files- Historisches Forschungsinstitut Berlin, gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur


Begrüßung: Dr. Ines Reich, Leiterin der Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam

Grußwort: Detlef Hensel, Sohn von Johannes Hensel (geb. 1912 in Berlin-Grünau, 1951 in Moskau hingerichtet)

Einführung in die Ausstellung: Frank Drauschke, Facts & Files - Historisches Forschungsinstitut Berlin