Ausstellungseröffnung
Bundespräsident Christian Wulff spricht am 27. September zum Auftakt der internationalen Ausstellungstournee
Über 20 Millionen Männer, Frauen und Kinder aus fast allen Ländern
Europas wurden als »Fremdarbeiter«, Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge in das nationalsozialistische Deutschland verschleppt oder
mussten in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten Zwangsarbeit
leisten. Spätestens seit 1942 gehörten Zwangsarbeiter zum Alltag im
nationalsozialistischen Deutschland. Die aus allen Teilen Europas, vor
allem aus den östlichen Ländern, deportierten Arbeitskräfte wurden
überall eingesetzt: in Rüstungsbetrieben ebenso wie auf Baustellen, in
der Landwirtschaft, im Handwerk, in öffentlichen Einrichtungen und in
Privathaushalten. Ob als Besatzungssoldat in Polen oder als Bäuerin in Thüringen – alle Deutschen begegneten Zwangsarbeitern, viele profitierten davon. Zwangsarbeit war kein Geheimnis, sie war ein weitgehend öffentlich stattfindendes Verbrechen.
Die Ausstellung »Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg« erzählt erstmals die gesamte Geschichte dieses Verbrechens und seiner Folgen nach 1945. Kuratiert wurde sie von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, initiiert und gefördert von der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«. Die Schirmherrschaft für die Ausstellung hat Bundespräsident Christian Wulff übernommen. Erste Station der internationalen Ausstellungstournee ist das Jüdische Museum Berlin, weitere Stationen in europäischen Hauptstädten sowie in Nordamerika sind geplant.
Programm der abendlichen Eröffnung:
Begrüßung
W. Michael Blumenthal, Direktor des Jüdischen Museums Berlin
Grußwort
Bundespräsident Christian Wulff, Schirmherr der Ausstellung Erinnern und Verstehen
Günter Saathoff, Vorstand der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«
Zur Ausstellung
Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
Erinnerungen eines ehemaligen Zwangsarbeiters
Marian Turski, Historiker, Journalist und Überlebender der KZ Auschwitz und Buchenwald
Wann: Montag, 27. September 2010 um 19 Uhr*
Wo: Jüdisches Museum Berlin, Glashof EG
Eintritt frei.
Pressekonferenz
Zur Pressekonferenz und Eröffnung dieser Ausstellung am Montag, dem 27. September 2010 laden wir Sie ein.
RednerInnen der Pressekonferenz:
Cilly Kugelmann, Programmdirektorin, Jüdisches Museum Berlin
Volkhard Knigge, Direktor Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
Jens-Christian Wagner, Kurator der Ausstellung und Leiter der Gedenkstätte Mittelbau-Dora
Günter Saathoff, Vorstand der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«
Für Interviews wird außerdem Rikola-Gunnar Lüttgenau, Ausstellungskurator und Stv. Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora zur Verfügung stehen.
Wann: Montag, 27. September 2010 um 11 Uhr* Vorbesichtigung der Ausstellung ab 10 Uhr