Carlo Mierendorff: Kampf um die Republik
Eröffnung der Ausstellung "Carlo Mierendorff - Atmosphäre Weimar" am Dienstag, 10. Mai 2016 in der Gedenkstätte KZ Osthofen
Zum Jubiläumsjahr "200 Jahre Rheinhessen" lädt die Landeszentrale für politische Bildung (LpB ) mit dem Förderverein Projekt Osthofen e.V. zur Eröffnung der gemeinsamen Ausstellung "Carlo Mierendorff - Atmosphäre Weimar" am Dienstag, 10. Mai 2016, um 18.00 Uhr in die Gedenkstätte KZ Osthofen (Ziegelhüttenweg 38) bei Worms ein.
Wolfgang Faller, Direktor der Landeszentrale, und Volker Gallè, Förderverein Projekt Osthofen e.V., begrüßen die Gäste, Danach hält Prof. Dr. Walter Mühlhausen, Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte Heidelberg, den Eröffnungsvortrag "Herr Vielgeschrey und sein Kampf um die Republik". Musikalische Akzente setzt die rheinhessische Folkband "Tom Bombadil".
Carlo Mierendorff (1897-1943),
Schriftsteller, Politiker und Widerstandskämpfer, bekämpfte schon lange vor 1933 antisemitische und republikfeindliche Tendenzen. Er mischte sich ein und nahm kein Blatt vor den Mund, was ihm den Spitznamen "Herr Vielgeschrey" einbrachte. Am 13. Juni 1933 wurde er bei einem konspirativen Treffen in Frankfurt festgenommen. Bis Anfang 1938 dauerte seine qualvolle Odyssee durch die Konzentrationslager Osthofen, Börgermoor, Lichtenburg und Buchenwald. 1938, endlich wieder auf freiem Fuß, setzte er den Kampf für ein Ende der Diktatur und einen demokratischen Neuaufbau fort.
Pfingsten 1943 forderte er im Aufruf zur "Sozialistischen Aktion" die Schaffung einer überparteilichen Volksbewegung zur "Ausrottung des Nationalsozialismus und seiner Lügen mit Stumpf und Stiel". Er starb bei einem Luftangriff auf Leipzig am 4. Dezember 1943.
Zur Ausstellung
Entlang Mierendorffs Biographie wird die Atmosphäre im Rheinhessen der 1920/30er Jahre deutlich. Politischer Umbruch, Arbeitslosigkeit, Inflation, Massenarmut, Antisemitismus, Nationalsozialismus, aber auch "Goldene Zwanziger Jahre", Expressionismus, Dadaismus, Bauhaus sind nur einige Schlagworte, die diese Zeit charakterisieren.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Fachbereich Kinder und Jugend im Zentrum Bildung der Ev. Kirche in Hessen und Nassau, dem Institut für Film-, Theater und empirische Kulturwissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, der Stadt Worms und der Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt/W. Sie ist vom 10. Mai bis 17. Juli 2016 in der Gedenkstätte KZ Osthofen zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos!
Auch Führungen für Gruppen sowie Führungen und Projekttage für Schulklassen sind kostenfrei und nach Voranmeldung möglich. Terminvereinbarung unter: Tel.: 06242 - 910810 oder E-Mail: info@ns-dokuzentrum-rlp.de.
Link zu Einladungs-Flyer: http://politische-bildung-rlp.de/fileadmin/download_neu/Veranstaltungen_2016/Einladung_zur_Ausstellungseroeffnung.pdf
Link zu Einladungs-Flyermotiv: www.projektosthofen-gedenkstaette.de/upload/orig/Ausschnitt%20HP.jpg