Erinnerungsorte. Vergessene und verwobene Geschichten

Tagung/Seminar/Workshop
16. September 2016
09:00 - 20:00 Uhr
Ort: Jüdisches Museum Berlin
Veranstalter: Jüdisches Museum Berlin

Sprechen wir über das kollektive Berliner Gedächtnis, dann bleiben die Geschichten vieler Minderheiten häufig unberücksichtigt. Mit der Abschlusstagung des Projekts »Erinnerungsorte. Vergessene und verwobene Geschichten« werden global- und stadthistorische Ereignisse und Narrative aus der Perspektive von Schwarzen Deutschen, Jüd*innen, Sinti und Roma/Romnja* und Sintezza* und anderen People of Color in Berlin in ihrer Verwobenheit thematisiert. Professor Michael Rothberg (University of California, Los Angeles) führt mit einer Programmrede in seinen Ansatz der »Multidirectional Memory« ein und beleuchtet Perspektiven auf Erinnerungs- und Gedächtniskulturen. Im Abschlussgespräch wird diskutiert, wie marginalisierte Geschichten erzählt und sichtbar gemacht werden können.

Die Tagung findet in Kooperation mit der Alice Salomon Hochschule Berlin statt.

Das Projekt »Erinnerungsorte. Vergessene und verwobene Geschichten« wird vom Institut für angewandte Forschung (IFAF Berlin) gefördert und ist an der Alice Salomon Hochschule Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Iman Attia angesiedelt. Es wird in Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (Prof. Thomas Bremer), dem August-Bebel-Institut, der Stiftung Jüdisches Museum Berlin, Berlin Postkolonial e.V. und Solidaritätsdienst International e.V. durchgeführt. Mehr zum Projekt finden sie unter: www.ash-berlin.eu/forschung/forschungsprojekte/erinnerungsorte/

Programm

9:00 Uhr  Grußworte

Dr. Rosa Fava, Leiterin Akademieprogramme, Jüdisches Museum Berlin

Prof. Dr. Bettina Völter, Alice Salomon Hochschule Berlin, Prorektorin für Forschung und Kooperation, Leiterin des Kompetenzzentrums Integration und Gesundheit des Instituts für angewandte Forschung (IFAF Berlin)

9:30 Uhr  Projektvorstellung »Erinnerungsorte«: Biographien und Orte in ihrer Verwobenheit mit Berliner Geschichte

Prof. Dr. Iman Attia, Iman Al Nassre, Olga Gerstenberger, Diane Izabiliza, Ozan Keskinkılıç, Erinnerungsorte, Alice Salomon Hochschule Berlin

11:00 Uhr  Kaffeepause

11:30 Uhr  Keynote Multidirectional Memory – Prof. Dr. Michael Rothberg, University of California, Los Angeles (UCLA)

Moderation: Serpil Polat, Jüdisches Museum Berlin

13:00 Uhr Mittagspause

14:30 Uhr  Parallele Panels

W. Michael Blumenthal Akademie, Saal:

Stadtgeschichte in Lernkontexten – Zur Relevanz des stadthistorischen Erkundens

Dr. Noa Ha, Berlin als postkoloniale Stadt kartieren, Technische Universität Berlin

Saraya Gomis, King Code Projekt und Black Diaspora School

Hajdi Barz, Stadtrundgang Gestern mit den Augen von heute sehen

Christian Kopp, Just Listen – Globalgeschichte von unten und zivilgesellschaftlicher Dialog und Erinnerungsorte, Berlin Postkolonial

Altbau 2. OG, Großer Saal / Altbau EG, Auditorium:

Geschichte autor/isieren – neue Realitäten erschaffen: Zur Arbeit mit marginalisierten Selbstzeugnissen und Biografien

Diane Izabiliza, Erinnerungsorte

Melanie Weiß, Dikhen amen! Seht uns!

Nicola Lauré al-Samarai, Homestory Deutschland und Erinnerungsorte

Moderation: Judith Rahner, Vergessene Biografien

16:00 Uhr  Kaffeepause

16:30 Uhr  Abschlussdiskussion:

Wie können marginalisierte Geschichten erzählt und sichtbar gemacht werden?

Prof. Dr. Iman Attia, Erinnerungsorte, Alice Salomon Hochschule Berlin

Dr. Alina Gromova, Jüdisches Museum Berlin

Aischa Ahmed, Arabische Präsenzen in Berlin, Freie Universität Berlin

Isidora Randjelović, RomaniPhen

Silke Güç, EOTO – Each One Teach One

Moderation: Dr. Manuela Bauche, Museum für Naturkunde Berlin / Humboldt-Universität zu Berlin

18:00 Uhr  Pause

18:30 Uhr  Kulturelles Abendprogramm

 

Kurzbeschreibung des Panels:

Stadtgeschichte in Lernkontexten – Zur Relevanz des stadthistorischen Erkundens

Dieses Panel führt mit interaktiven Methoden aus der Perspektive von Jugendlichen und Erwachsenen die Teilnehmenden an die gesellschaftspolitische Relevanz des stadthistorischen Erkundens heran. Im Zentrum steht die Methode des Erkundens von städtischen Räumen für die aktive Aneignung von stadthistorischen Prozessen, Narrativen und Räumen, die bisher vernachlässigt, unterschlagen oder verbaut wurden. Die vier Referent*innen werden in zwei Tandems der Frage nachgehen, inwiefern historische Verwobenheiten sich im städtischen Kontext für die praktische und politische Bildungsarbeit fruchtbar machen lassen und von konkreten Erfahrungen aus unterschiedlichen Lernkontexten berichten. In den zwei Gruppen haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich anhand von Übungen aktiv einzubringen.

 

Kurzbeschreibung des Panels:

Geschichte autor/isieren – neue Realitäten erschaffen: Zur Arbeit mit marginalisierten Selbstzeugnissen und Biografien


Ausgehend von verschiedenen Projekten, in denen marginalisierte Lebensgeschichten eine zentrale Rolle spielen, wird das Begriffskonzept »Geschichte autor/isieren« diskutiert. Im Vordergrund stehen Fragen, die einerseits ungleichberechtigte Sprechpositionen kritisch in den Blick nehmen und andererseits das sichtbare Potential von Selbstzeugnissen und Biografien ausloten: Welche Funktionen erfüllen individuelle Lebensgeschichten innerhalb von Communities und innerhalb von dominanzgesellschaftlichen Kontexten? Wer erzählt wessen Geschichte warum und wie? Inwieweit können Lebensgeschichten neue Realitäten erschaffen? Von besonderem Interesse sind mögliche Fallstricke, die – je nach Sprechposition – in der Arbeit mit marginalisierten Selbstzeugnissen und Biografien zutage treten, sowie verschiedene Spannungsfelder, die zwischen kollektiver Wertschätzung und dominanzgesellschaftlicher Aneignung pendeln.


 

Wo


W. M. Blumenthal Akademie, Saal und Altbau 2. OG, Großer Saal

 

Eintritt


frei

 

Anmeldung


Tel: +49 (0)30 25 993 488

reservierung@remove-this.jmberlin.de

 

Kontakt


Monika Starke

Tel: +49 (0)30 259 93 378

Fax: +49 (0)30 259 93 411

m.starke@remove-this.jmberlin.de