Erinnerungskultur 2.0

28. November 2012
18:30 - 20:00 Uhr
Ort: Hochschule für Bildende Künste Dresden
Veranstalter: Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen

Erinnernde Kommunikation in digitalen Medien

Diese Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe:

Open-Up!

Politisch kommunizieren zwischen Talkshow, Tweet und Theater

Radio, Fernsehen, Internet – unser Leben wird scheinbar von Jahr zu Jahr medialer und digitaler. Laut Dr. Erik Meyer ist selbst die Vergangenheit längst medial beeinflusst. Digitale Medien prägen unsere Sicht auf Vergangenes, steuern und gestalten unsere Erinnerungen

und nehmen so indirekt Einfluss auf die tatsächlichen Geschehnisse. Doch wie sieht sie aus, die «Erinnerungskultur 2.0», in der wir heute leben? Erik Meyer verdeutlicht, wie digitale Medien nicht nur die Gegenwart gesellschaftlicher Kommunikation prägen,

sondern zunehmend auch das Verständnis der Vergangenheit bestimmen und neue Formen von Geschichtsvermittlung und Gedenken begründen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Charakterisierung von Anwendungen und Akteur_innen: Welche Formen der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ermöglichen Online-Datenbanken und Plattformen zur Publikation nutzergenerierter Inhalte und Portale? Welche Auswirkungen haben mediale Formate auf die Darstellung historischer Ereignisse und die Erinnerung an Verfolgung, Krieg und Genozid? Wie unterscheiden sich in dieser Hinsicht digitale, interaktive Medien von Orten wie Archiv, Denkmal und Gedenkstätte, sowie historischen Darstellungen in Fernsehen, Film und Literatur? Weiter wirft er die Frage auf, wie sich bereits etablierte Anbieter_innen und Initiativen interessierter Laien angesichts der unüberschaubaren Anzahl von Angeboten positionieren und welche Anwendungen und Akteur_innen die durch kommunikationstechnologische Innovationen entstehende «Erinnerungskultur 2.0» prägen.

Dr. Erik Meyer, Journalist, Blogger

Moderation:Kathrin Krahl, Soziologin, Weiterdenken

 

 

Zur Reihe:

Politische Kommunikation verändert sich. Probleme und Fragestellungen werden komplexer, Ansprüche an Transparenz und Beteiligung steigen und neue Formen von Öffentlichkeit entstehen. In der Vorlesungsreihe wollen wir also versuchen, die neuen Entwicklungen zu beschreiben und die Veränderungen von politischer Meinungsbildung und Entscheidung hinter den Formen suchen. Ziehen sich Bürger_innen aus den politischen in private Räume zurück oder verändern sich die Begriffe des Politischen? Machen Leaks und Plags Politik transparenter und bunte Bilder Politik verständlicher? Können Politiker_innen facebook? Was können Proteststrategien wie ‚cultural hacking‘ im Internet eigentlich bewirken? Gäbe es den arabischen Frühling ohne Twitter? Und was versteht man unter voter generated content? Wie verhandelt Theater gesellschaftliche Fragen? Wo ist beim Lobbyismus die Grenze zwischen notwendiger Interessensvertretung und rücksichtsloser Einflussnahme? Sind Graffiti politische Äußerungen?

Blog zur Reihe

Die Reihe ist öffentlich und kostenlos, lediglich für die Theateraufführung im Rahmen der Reihe am 16. November erheben wir von den Teilnehmenden unserer Reihe einen Beitrag von 3 Euro pro Person. Eine Anmeldung für die Reihe ist nicht nötig.

Studierende der TU Dresden können Leistungsnachweise erwerben. Regelmäßige Teilnahme und Klausur: 3 Credits, nur regelmäßige Teilnahme: 1 Credit (Aqua-Bereich).

Die Veranstaltungsreihe findet in Kooperation mit dem Staatsschauspiel Dresden und den Lehrstühlen für Didaktik der politischen Bildung und Kommunikation I an der TU Dresden statt.

 

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VeranstalterWeiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
Veranstaltungs- ort
Hochschule für Bildende Künste Dresden

Raum: Aktsaal

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