Erinnerungen aus dem Kunst-, Kultur- und Geistesleben der Jahre 1890 bis 1933

Buchpräsentation
5. November 2015
15:00 - 00:00 Uhr
Ort: Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum
Veranstalter: Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum

Buchvorstellung von Thomas B. Schumann:Max Osborn - Der bunte SpiegelErinnerungen aus dem Kunst-, Kultur- und Geistesleben der Jahre 1890 bis 1933Donnerstag,5. November 2015 um 15 UhrSeminarraum, 1.OGOranienburger Straße 28-3010117 Berlin"Denn die Erinnerungen des vergessenen Autors sind ein rares Leseglück und sprudelnde Quelle neuer Erkenntnisse. Max Osborns funkelnde Essays zur Kunstszene (...) im alten Berlin atmen noch heute die Lebendigkeit und Frische eines unabhängigen kritischen Geistes und sprachmächtigen Autors", schrieb Constanze Crüwell in der FAZ vom 12. August 2013.



Max Osborn, 1870 in einer jüdischen Bankiersfamilie in Köln geboren, war bis 1933 einer der maßgeblichsten deutschen Kunstkritiker. So schrieb er als Erster positiv über Matisse und Picasso und verhalf Künstlern wie Max Pechstein oder Christian Schad zum Durchbruch. Als Mitglied der Ankaufskommission der Nationalgalerie und der Kunstkommission der Stadt Berlin und als Präsident der Vereinigung der deutschen Kunstkritiker spielte er eine wichtige Rolle im Kulturleben. Das änderte sich sofort nach dem 30. Januar 1933. Zwar konnte sich Osborn noch an der Gründung und Programmgestaltung des Jüdischen Kulturbunds beteiligen, doch musste er 1938 emigrieren, zunächst nach Paris und 1941 nach New York. Dort arbeitete er für den Aufbau und starb 1946. Im Jahr zuvor hatte er in einem kleinen Exilverlag sein Buch Der bunte Spiegel. Erinnerungen aus dem Kunst-, Kultur- und Geistesleben der Jahre 1890 bis 1933 veröffentlicht, das erst rund siebzig Jahre später im deutschen Sprachraum erschien. In einer Mischung aus persönlicher Verbundenheit und Sachlichkeit vergegenwärtigt Osborn darin die kulturelle Blüte der Wilhelminischen Ära und der Weimarer Republik. Anschaulich, packend und lebendig reiht er in seinen Künstlerporträts etwa über Adolph Menzel, Max Liebermann, Lesser Ury, Max Slevogt oder Max Reinhardt zahlreiche interessante Beobachtungen und teils sehr skurrile Anekdoten aneinander.


Der Herausgeber und Verleger Thomas B. Schumann, Besitzer der größten privaten Exil-Sammlung (Bücher, Bilder, Dokumente, Nachlässe) stellt das von ihm wiederentdeckte Osborn-Buch vor und spricht auch über sein  Projekt eines Museums des Exils.


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