Die großen Kirchen gehörten im Nationalsozialismus zu den wenigen Organisationen, die ihre Eigenständigkeit bewahren konnten – und dabei das NS-Regime weitgehend stützten bzw. sich mit ihm arrangierten. Jedoch gab es einzelne Mitarbeiter, Pfarrer und Pastoren, die sich am Widerstand beteiligten, indem sie Verfolgte versteckten oder gegen NS-Unrecht protestierten und dadurch selbst verfolgt wurden.
Zu den im Polizeigefängnis Fuhlsbüttel inhaftierten Mitarbeitern der katholischen Kirche gehörte der Vikar der St. Marien-Gemeinde in Hamburg-St. Georg, Dr. Walter Haacke. Er war im Spätsommer 1944 von der Gestapo verhaftet worden, weil er in einem Religionsunterrichtszirkel am Tage nach dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 über die Berechtigung zum Tyrannenmord gesprochen hatte. Auch der Chorleiter von St. Marien sowie weitere Gemeindemitglieder wurden verhaftet. Noch im März 1945 wurde Walter Haacke in einem Prozess zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Strafe musste er bis zu seiner Freilassung am 19. Mai 1945 verbüßen.
Er trat dem Benediktiner-Orden bei und lebte bis zu seinem Tod am 28. Juni 1993 als Pater Rhabanus im Kloster Siegburg.
Ein Vortrag von Monsignore Peter Schmidt-Eppendorf, Hamburg, vom Verein für kath. Kirchengeschichte.
Ort: Gedenkstätte Konzentrationslager und Strafanstalten Fuhlsbüttel 1933-1945
Suhrenkamp 98, 22335 Hamburg
Anfahrt: S/U-Bahnhof Ohlsdorf, S1/U1
Eine Veranstaltung der
KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Jean-Dolidier-Weg 75
D - 21039 Hamburg
Telefon: 040 - 428 13 1500
Telefax: 040 - 428 13 1525
Email: info@kz-gedenkstaette-neuengamme.de
Internet: www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de