Am 10. Mai 2005 wurde in Berlin das Denkmal für die ermordeten Juden Europas eröffnet. Die einstige Täternation Deutschland stellt sich mit der seit den 60er Jahren gewachsenen und vielfältigen Gedenkstättenlandschaft immer wieder aufs Neue ihrer Verantwortung, gelangt aber mit der Entscheidung, ein nationales Denkmal zu schaffen, an die Grenze dessen, was einer sozialen Gemeinschaft möglich ist.
Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin drohte im Laufe der 18 Jahre langen Debatte um seine Errichtung mehrmals an der Herausforderung zu scheitern, die Shoah in ihrer gegenwärtigen und zukünftigen Bedeutung festzuschreiben und das Gedächtnis einer akademischen Elite zum Gedächtnis der gesamtdeutschen Gesellschaft zu erklären.
Heute zählt das Denkmal für die ermordeten Juden Europas zu den Top-Sehenswürdigkeiten Berlins. Doch was leistet es tatsächlich in der Auseinandersetzung mit der deutschen Schuld? Wie kann Erinnern am besten zur nachhaltigen Stärkung von Demokratie und Menschenrechten beitragen?
Zur Online-Veranstaltung "Erinnern und Vergessen" lädt die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB) in Kooperation mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Arbeitsgemeinschaft Mainz ein. Die Referentin Dr. Ines Linden-Kamuf versteht ihren Vortrag als Versuch, der Instrumentalisierung der Vergangenheit und einem unbemerkten Vergessen entgegenzuwirken und die Gestaltung des Gedenkens in Deutschland kritisch zu hinterfragen.
Dr. Ines Linden-Kamuf wurde am 09. Februar 1985 in Simmern geboren. Sie studierte Politikwissenschaft, Germanistik und Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo sie 2019 bei Prof. Dr. Falter promovierte. Nach dem 2. Staatsexamen begann sie 2014 als Studienrätin an der Integrierten Gesamtschule Mainz - Bretzenheim, wo sie seitdem tätig ist.
Anmeldeschluss ist am 03. Februar 2022 um 14.00 Uhr. Ab diesem Zeitpunkt erhalten alle Angemeldeten ihre Zugangsdaten per E-Mail zugesandt. Eine Anmeldung ist unter anmeldung@politische-bildung-rlp.de oder auf der LpB-Homepage www.politische-bildung-rlp.de möglich.
Die Teilnahme ist kostenlos.