Bereits im März 1933 führten die NS-Machthaber erste Boykottaktionen gegen jüdische Geschäfte durch. Danach verschlechterte sich die Situation der Juden zusehends. Berufsverbote und Arbeitsplatzverluste führten in die Armut. Durch die „Arisierung“ der jüdischen Gewerbebetriebe verlor die große Mehrheit der deutschen Juden ihre Lebensbasis. Der Begriff entstammt dem antisemitischen Vokabular. „Arisierung“ definiert die Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz der Juden durch die Nationalsozialisten: Diese vollzogen sie mittels Druck, pseudolegalen Verordnungen, Gewalt und Terror in mehreren Phasen. In Franken und besonders in den Städten Nürnberg und Fürth kam es bei den „Arisierungen“ zu erheblich stärkeren Ausschreitungen und Unregelmäßigkeiten als im übrigen Reichsgebiet. Hinsichtlich der Gier, des Ignorierens jeglicher Vorschriften und des Ausmaßes von Korruption und persönlicher Bereicherung der Beteiligten übertraf die Gauleitung Franken mit Julius Streicher an der Spitze reichsweit alle anderen „Arisierungen“. Die Ausstellung vermittelt anhand einzelner Fallbeispiele bekannter Firmen den Prozess der Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz von Juden in Nürnberg und Fürth durch die antisemitische Politik der Nationalsozialisten. Damit kann sie an vorhergehende Ausstellungen im Dokumentationszentrum anknüpfen, die ebenfalls ihren Beitrag zur Erschließung der Geschichte des Nationalsozialismus in Franken leisteten.