Empörung und Protest: Klebezettel und Brandsätze gegen die antikommunistische NS-Propagandaausstellung „Das Sowjet-Paradies

15. Mai 2012
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: Stiftung Topographie des Terrors
Veranstalter: Stiftung Topographie des Terrors

Antikommunistische und antisemitische Propaganda 1941/42

Prof. Dr. Johannes Tuchel, Berlin

Die Widerstandsaktionen am 17./18. Mai 1942 in Berlin

Dr. Hans Coppi, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium

Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg

– Eintritt frei –

(Anlässlich des 70. Jahrestages der Widerstandsaktionen der „Roten Kapelle” und der Gruppen um Herbert Baum in Berlin)

(Gemeinsam mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand)

Von Mai bis Juni 1942 wurde im Berliner Lustgarten die antikommunistische NS-Propagandaausstellung „Das Sowjet-Paradies” präsentiert. Mit dieser Wanderausstellung der Reichspropagandaleitung der NSDAP sollten die angeblichen Lebensverhältnisse in der Sowjetunion gezeigt und der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion legitimiert werden. Am Abend des 17. Mai brachten Angehörige der „Roten Kapelle” Hunderte von Klebezetteln in Berlin an, um gegen die Ausstellung zu protestieren. Am 18. Mai verübten Angehörige der Widerstandsgruppen um Herbert Baum einen Brandanschlag auf die Ausstellung. Zahlreiche Angehörige der Widerstandsgruppen wurden später festgenommen, die meisten von ihnen zum Tode verurteilt.

In seinem Vortrag gibt Johannes Tuchel einen Überblick über die antikommunistischen und antisemitischen Propagandamaßnahmen des NS-Regimes 1941/42. Hans Coppi informiert über die Widerstandsaktionen gegen die Propagandaausstellung „Das Sowjet-Paradies” am 17./18. Mai und über das Schicksal der daran Beteiligten.

Hans Coppi, 1942 geboren; als Angehörige der „Roten Kapelle” wurden sein Vater Hans Coppi 1942 und seine Mutter Hilde Coppi 1943 ermordet. Hans Coppi ist freier Mitarbeiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und Vorsitzender der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN–BdA). Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Publikationen und Ausstellungen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus und zur Erinnerungskultur.

Johannes Tuchel, 1957 geboren, ist Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und lehrt am Fachbereich für Holocaust Studien des Touro College Berlin. Der Politikwissenschaftler hat zahlreiche Werke zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus und zur Geschichte der NS-Konzentrationslager veröffentlicht.