Der 1913 in Warschau geborene René Leibowitz gehört als Dirigent, Komponist und Musiktheoretiker zu den prägenden Gestalten des 20. Jahrhunderts. Nach kurzem Berlin- Aufenthalt zog er Ende der 1920er Jahre nach Paris. Hier weihte ihn Rudolf Kolisch in die Interpretationspraxis der Wiener Schule ein und Erich Itor Kahn in die Zwölftontechnik. Dirigierunterricht erhielt Leibowitz von dem ebenfalls nach Paris geflüchteten Paul Dessau. Die enge Partnerschaft der drei dokumentiert sich auch in mehreren Widmungskompositionen. Unter der deutschen Besatzung Frankreichs bekannte sich Leibowitz noch verstärkt zu Schönberg.
Jan Marc Reichow (Klavier) und Peyee Chen (Sopran) ergänzen gegenseitig zugeeignete Werke von Leibowitz, Dessau und Kahn durch Lieder von René Leibowitz auf Texte u.a. von Pablo Picasso, Carl Einstein und Georges Bataille. Im Gespräch mit Walter Nußbaum wird Albrecht Dümling Leben und Werk des 1972 in Paris verstorbenen Künstlers beleuchten.
Werke von René Leibowitz: Deux Mélodies für Gesang und Klavier (nach Hölderlin und Kleist), Klaviersonate op. 1 (1939); Picasso-Lieder op. 9 (1943), Trois poèmes de Georges Bataille für Stimme und Klavier (1962), Trois Études Miniatures für Klavier op. 64 (1965), Lieder nach Carl Einstein op. 80 (1967).
Paul Dessau: Guernica für Klavier (1938) - gewidmet René Leibowitz; Erich Itor Kahn: Bagatelle für Klavier (ca. 1940) - gewidmet René Leibowitz.
Dieses Konzert wird unterstützt durch die Bareva Stiftung