Bis heute erinnert nur ein Mahnmal an die Leiden der rund 3.500 Inhaftierten des Bergischen KZ Kemna, das von Juli 1933 bis Januar 1934 bestand. Mit dem neuen Gedenkort auf dem Fabrikgelände, das die evangelische Kirche in Wuppertal gekauft hat, soll sich das ändern.
„Es spielt nicht nur für unsere Region, sondern für ganz NRW eine besondere Rolle, denn Kemna war das einzige der rund 70 frühen KZ-Lager, das es im Bereich unseres heutigen Bundeslandes gab“, erklärt Superintendentin Ilka Federschmidt. Die evangelische Kirche habe damals versäumt, Partei für die Inhaftierten zu ergreifen und eine beschämende Rolle in Kemna gespielt, so die Superintendentin. „Aus dieser Verantwortung heraus haben wir die Initiative für die Entstehung eines neuen Gedenkortes in NRW ergriffen.“
In einem ersten Schritt ließ die evangelische Kirche das Fabrikgebäude, das in den letzten 90 Jahren gewerblich genutzt und mehrfach umgebaut wurde, bauhistorisch untersuchen.
Gedenkstätte braucht ein Konzept
Nun geht es um die Erarbeitung eines historisch-pädagogischen und architektonischen Konzepts für die Gedenkstätte. Unter dem Titel „Kemna. Ein neuer Lernort für Demokratie“ lädt der Kirchenkreis daher am 22. April Fachleute in- und außerhalb Wuppertals zum Austausch über die Themen ein, die für ein künftiges Konzept relevant sein werden.
„Der neue Gedenkort soll als Lernort für Demokratie und Menschenrechte das Interesse von Bürger:innen, vor allem von jungen Menschen wecken“, wünscht sich Ilka Federschmidt. „Wir wollen Menschen über Wuppertal hinaus ansprechen. Die Impulse und Diskussionen des Thementages können uns dafür wertvolle Hinweise geben.“
Anmeldungen bis zum 5. April unter superintendentur@evangelisch-wuppertal.de
10:15 Uhr: Ankommen
10:30 Uhr: Begrüßung (Superintendentin Ilka Federschmidt, Kirchenkreis Wuppertal)
10:45 Uhr: Grußwort (Oberbürgermeister Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Stadt Wuppertal)
11:00 Uhr: Vortrag
12:00 Uhr: Impulse
13:00 Uhr: Mittagspause
14:00 Uhr: Vortrag
15:00 Uhr: Kaffeepause
15:30 Uhr: Podiumsgespräch
17:00 Uhr: Ende des Thementages