Ein Deserteurschicksal aus dem Strafgefangenenlager Esterwegen

Vortrag/Vorlesung
18. November 2012
15:00 - 00:00 Uhr
Ort: Gedenkstätte Esterwegen
Veranstalter: Gedenkstätte Esterwegen

Vortrag von Dr. Hans-Peter Klausch:

Im Rahmen der Sonderausstellung Was damals Recht war... stellt der Oldenburger

Historiker Dr. Hans-Peter Klausch das Schicksal des Deserteurs Heinz Taxweiler

vor.

Heinz Taxweiler, Schuhmachersohn aus Celle bei Hannover, nahm im Sommer 1941 als

20jähriger mit der niedersächsischen 111. Infanterie-Division am Überfall auf

die Sowjetunion teil. Nach 3 ½ Monaten hatte er vom Krieg die Nase voll. Er

desertierte. Als das anfänglich erfolgreiche Untertauchen in einem ukrainischen

Dorf aufflog, entging er nur knapp der Todesstrafe.

Ein Kriegsgerichtsurteil von 5 Jahren Zuchthaus brachte ihn in das

Strafgefangenenlager Esterwegen. Die dortigen Haftbedingungen führten schon bald

dazu, dass sein Leben erneut an einem seidenen Faden hing. Schließlich wurde er,

wie insgesamt 5.000 Emslandlager-Häftlinge, in das Wehrmachtsgefängnis

Torgau-Fort Zinna überstellt, um dort auf seine Eignung für einen Einsatz bei

der Bewährungstruppe 500 überprüft zu werden. Mit einem der gefürchteten 500er

Bataillone gelangte er schließlich erneut an die Ostfront.

Anhand des Lebensweges von Heinz Taxweiler schildert Dr. Hans-Peter Klausch

zentrale Stationen und Wirkungsweisen des Strafvollzugs- und Bewährungswesens

der Wehrmacht. Klausch hat sich in seinen Forschungsarbeiten u.a. mit den

Bewährungsbataillonen 500 und 999 beschäftigt und hat hierzu umfangreiche

Veröffentlichungen vorgelegt.


Termin: Sonntag, 18. November 2012, 15.00 Uhr

Ort: Gedenkstätte Esterwegen

Eintritt: 5,00 EURO