Entschädigungen und „Wiedergutmachung“ für die Opfer des NS-Regimes kamen nach 1945 nur sehr langsam in Gang. Wie weit gelang es dieser Politik, die Folgen der Beraubung und Entrechtung auszugleichen? Waren dies ernsthafte Versuche der Mehrheitsgesellschaft oder handelte es sich eher um symbolische Politik unter außenpolitischem Druck? Und wie reagierten Opfer und Täter darauf?
Marlene Klatt hat solche Fragen (und die Vorgeschichte der Verfolgung) in regionalem Maßstab untersucht. Am Beispiel mehrerer westfälischer Kommunen versucht sie die Frage zu beantworten, was mit dem Vermögen der jüdischen Verfolgten geschah, wie man den Opfern begegnete und inwieweit das Schicksal der wenigen Zurückgekehrten überhaupt wahrgenommen wurde.
Dr. Marlene Klatt war als Restauratorin tätig und studierte danach Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Münster. Sie war Stipendiatin des Instituts für westfälische Regionalgeschichte und mehrere Jahre hauptamtlich in der Politik aktiv. Ihre Dissertation unter dem Titel „Unbequeme Vergangenheit. Antisemitismus, Judenverfolgung und Wiedergutmachung in Westfalen 1925-1965“ wurde 2009 veröffentlicht.
Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Westfalen
Gebühr: 5 €, Vereinsmitglieder 4 €