„Die Rettung der bulgarischen Juden 1943“

8. November 2015
16:00 - 00:00 Uhr
Ort: Gedenkkirche Plötzensee, Berlin
Veranstalter: Ökumenisches Gedenkzentrum Plötzensee e.V.

Sonntag, 8.11.2015 16 UhrLesung und Musik„Die Rettung der bulgarischen Juden 1943“


Vorleser: Dirk Lausch

Musikalische Gestaltung: Bulgarischer Orthodoxer Chor Berlin

Eine Veranstaltung anlässlich des 77. Jahrestages der Novemberpogrome 1938.

Veranstalter: Bücherbox (Stadtteilverein Charlottenburg-Nord), Ev. Kirchengemeinde Charlottenburg-Nord, ÖGZ

(ab 15 Uhr Kaffee und Kuchen)

Gedenkkirche Plötzensee



Mitwirkende:

Vorleser: Dirk Lausch

Musikalische Gestaltung: Der Bulgarische Orthodoxe Chor Berlin singt geistliche Gesänge der Orthodoxen Kirche und bulgarische Folklore (Leitung: Boryana Cerreti-Velichkova)


Es laden ein:

Ökumenisches Gedenkzentrum Plötzensee, Stadtteilkoordination Charlottenburg-Nord, Ev. Kirchengemeinde Charlottenburg-Nord.


(Siehe auch die Einladung im Anhang)


- Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten.



Am 7. März 1943 standen auf dem Bahnhof der bulgarischen Kleinstadt Kjustendil Waggons bereit, mit denen die ersten Juden aus Bulgarien in die Vernichtungslager nach Polen transportiert werden sollten.

Aber die Züge fuhren nicht ab. Nicht aus Kjustendil – und auch nicht aus anderen bulgarischen Städten, aus denen ebenfalls Deportationen geplant waren. Am 10. März 1943 durften die Menschen, die in den sichereren Tod fahren sollten, nach Hause gehen – und auch danach wurden in Bulgarien keine Juden ermordet, nur weil sie Juden waren, und es gab keine Transporte mit bulgarischen Juden nach Auschwitz oder Treblinka.

Der Holocaust fand in Bulgarien nicht statt, obwohl das Land mit dem „Dritten Reich“ verbündet war und unter deutschem Einfluss stand. Die gut 48.000 bulgarischen Juden blieben verschont (nicht allerdings die 11.000 Juden aus den damals neu zu Bulgarien gehörenden mazedonischen und thrakischen Gebieten).

Als die Deportationspläne bekannt wurden, gab es eine in Europa einmalige Solidarisierung großer Teile der Bevölkerung mit ihren jüdischen Mitbürgern. Die nazi-freundliche Regierung und der bulgarische König Boris III wurden so gezwungen, den deutschen Forderungen nach Auslieferung der bulgarischen Juden zu widerstehen und am Ende sogar alle Gesetze, die die Rechte der Juden einschränkten, aufzuheben.

Diese Geschichte, die bei uns immer noch wenig bekannt ist, möchten wir an diesem Abend erzählen.