Die Nazizeit als negatives Eigentum. Vom angemessenen Umgang mit der Vergangenheit

Vortrag/Vorlesung
5. November 2010
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Millionen Deutsche haben den Sieg der NSDAP 1933 ermöglicht und Abermillionen waren an den folgenden Verbrechen in abgestufter Verantwortlichkeit beteiligt. Die psycho-politischen Folgen dieser unausgesprochenen Kollektivschuld sind bis heute als generationell übergreifendes Schuldgefühl wirksam. Um sich daraus zu befreien, reicht die kognitive Konfrontation mit den geschichtlichen Fakten nicht aus: In einem Prozess der emotionalen Klärung ist es notwendig, die Nazizeit auch als Familiengeschichte zu akzeptieren. Und so wichtig es ist, die Schicksale der Opfer zu kennen: Sie haben es verdient, in symbolischen Akten heimgeholt zu werden in den gesellschaftlichen Raum, aus dem sie einst vertrieben wurden. Nur in dieser doppelten Bewegung wird es möglich sein, „die Nazizeit als unser negatives Eigentum“ endlich anzunehmen. (Jean Améry). Dr. Hannes Heer, Jg. 1941, Historiker, Publizist und Ausstellungsmacher, u. a. Leiter des Ausstellungsprojekts „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“. In Kooperation mit dem Arbeitskreis für Intergenerationelle Folgen des Holocaust.

Referent: Dr. Hannes Heer

Gebühr: 3,6 €

Gebühr: 1,50 erm.