Vortrag mit Julia Hörath in der Gedenkstätte Sachsenhausen
Die Einweisung von „Asozialen“ und „Berufsverbrechern“ in nationalsozialistische Konzentrationslager ist das Thema einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit der Historikerin Julia Hörath, zu der die Gedenkstätte Sachsenhausen am Dienstag, 18. Juni 2013, um 18.30 Uhr alle Interessierten in das Besucherzentrum einlädt. Der Eintritt ist frei.
Lange ging die Forschung davon aus, dass „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ („BVer“) erst ab 1937/38 in nennenswerter Zahl in die Konzentrationslager eingewiesen worden seien. Dagegen weist Julia Hörath in ihrer Dissertation nach, dass die KZ-Haft von „Asozialen“ und „BVern“ unmittelbar 1933 einsetzte. In ihrem Vortrag thematisiert sie die Entwicklung der gegen „Asoziale“ und „BVer“ gerichteten Politik zu Beginn der NS-Herrschaft, die verantwortlichen Akteure und die rechtlichen Grundlagen für die Einweisungen. Außerdem beleuchtet Hörath Entscheidungsmechanismen, Verfahrensabläufe und – soweit möglich – die quantitativen Dimensionen der KZ-Haft von „Asozialen“ und „BVern“.
Julia Hörath studierte an der Universität Osnabrück und an der FU Berlin Politikwissenschaft und Geschichte. Nach der Diplom-Prüfung nahm sie 2006 ein PhD-Studium im Forschungsprojekt „Before the Holocaust. Concentration Camps in Nazi Germany 1933-1939“ am Birkbeck College der University of London auf und begann dort die Arbeit an ihrer Dissertation. Im November 2012 wurde das Promotionsverfahren am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin eröffnet.
Dienstag, 18. Juni 2013, 18.30 Uhr
Die KZ-Einweisung von „Asozialen“ und „Berufsverbrechern“
Entwicklungsverlauf, Verantwortliche, Rechtsgrundlagen
Vortrag und Diskussion mit Julia Hörath
Begrüßung und Moderation: Dr. Astrid Ley, stellv. Leiterin der Gedenkstätte
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Besucherinformationszentrum
Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg
Information: www.stiftung-bg.de