Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941 – 1945

Vortrag/Vorlesung
5. Februar 2015
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Vortrag von Dr. Alfred Gottwaldt

Die Deutsche Reichsbahn wirkte beim Mord an den europäischen Juden mit. Drei Millionen Menschen wurden zuerst mit der Bahn aus ihrer Heimat verschleppt, ehe sie in Konzentrationslagern und abgelegenen Mordfabriken sterben mussten. Der gedeckte Güterwagen ist zum Symbol für den Holocaust geworden. Seit dem 15. Oktober 1941 rollten allein fast zweihundert „Judentransporte“ aus sämtlichen Teilen des „Großdeutschen Reiches“ zu den Lagern, Ghettos und Gaskammern im Osten des deutschen Machtbereichs. Die unterschiedlichen Ziele der Züge werden zumeist übersehen, weil heute das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im Vordergrund von Dokumentation und Erinnerung steht. Der Vortrag versucht daher, die Merkmale der Deportationen aus dem Deutschen Reich differenziert darzustellen. Geteilte Aufgaben und Verantwortungen machten eine „reibungslose Funktion“ der Reichsbahn möglich. Alfred Gottwaldt, Jg. 1949, Studium der Rechts- und Staatswissenschaften und der Neueren Geschichte; von 1983 bis 2014 Leiter der Abteilung Schienenverkehr im Deutschen Technikmuseum.