Das Historikerlabor e.V. inDie Hungerplan-Konferenz – Die Neuordnung Europas und der Vernichtungskrieg 2. Mai 1941 / 20142. Teil der Dokumentartheater-Trilogie: „Die Erfindung und Vernichtung des Untermenschen. Der organisierte Mord an Juden, Slawen, Sinti und Roma durch NS-Deutschland“
Nach den eindrucksvollen Aufführungen im Mai diesen Jahres kehrt das Historikerlabor in das Deutsch-Russische Museum zurück:
Im Oktober 2014 setzen die Historiker-Darsteller die „Hungerplan-Konferenz“ noch dreimal in ein Dokumentar-Theaterstück um.
Die Mitglieder des Historikerlabors beschäftigen sich dabei mit je einer historischen Figur, die an den Kriegsvorbereitungen 1941 beteiligt war. Diese vertreten sie auf der Bühne: Sie erzählen aus der Perspektive des heutigen Historikers, auf der Grundlage von historischen Quellen über die Person; sie schlüpfen jedoch nicht in die jeweilige Täter-Rolle.
Sieben Wochen vor dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion traf sich im Frühjahr 1941 eine Gruppe von Staatssekretären und hochrangigen Wehrmachtsoffizieren in Berlin, um die wirtschaftlichen Ziele des geplanten Krieges gegen die Sowjetunion zu besprechen. Dabei ging es um nichts Geringeres als die Neuordnung Europas: Unter deutscher Führung sollte ein autarkes Wirtschaftsgebiet entstehen, das von der Atlantikküste bis zum Ural reicht. Im Mittelpunkt stand die Eroberung der riesigen Agrargebiete und Rohstoffquellen der Sowjetunion, um die Wehrmacht und das Deutsche Reich „aus dem Lande“ zu ernähren. Dabei war eingeplant – so eine Aktennotiz über die Besprechung – „zig Millionen Menschen“ verhungern zu lassen, „wenn von uns das für uns Notwendige aus dem Land herausgeholt wird.“ Die Besprechung vom 2. Mai 1941 ging als „Hungerplan-Konferenz“ in die geschichtswissenschaftliche Forschung ein.
Die Darstellung der Wannsee-Konferenz war die erste Arbeit des Historikerlabors. Sie wurde anlässlich des 70. Jahrestages der Wannsee-Konferenz, bei der am 20. Januar 1942 die „Endlösung der Judenfrage“ beschlossen wurde, erfolgreich aufgeführt.
Weitere Aufführungstermine:
Do, 23. Oktober 2014, 19 Uhr
Fr, 24. Oktober 2014, 19 Uhr
Sa, 25. Oktober 2014, 19 Uhr
Historiker/Darsteller:
Ingrid Damerow
Dr. Tina Heidborn
Lore Kleiber
Olaf Löschke
Tillman Müller-Kuckelberg
Stefan Paul-Jacobs
Hannes Riemann
Eike Stegen
Frank Zwintzscher;
Dr. Jens Peters
Kulturelle Bildung:
Tobias von Borcke, Andreas Mischok
Filmaufzeichnung:
Adrian Keindorf
Dramaturgie:
Dr. Kalliniki Fili
Projektleitung und Regie:
Christian Tietz
Kartenreservierung unter: