Vortrag von Dr. Fabien Théofilakis, Paris
Zwischen 1944 und 1948 befand sich fast eine Million Deutsche in französischer Kriegsgefangenschaft. Zunächst waren sie in provisorischen, dann in regulären Lagern und schließlich auch bei Privatpersonen untergebracht. Auf der Basis neuer Quellen schildert der Vortrag den Übergang Frankreichs vom Zustand des Besiegten zum Sieger von heute sowie die traumatischen Folgen der Okkupationszeit einerseits und der Kollaboration andererseits – dies alles vor dem Hintergrund des beginnenden Kalten Krieges. Punktuell kam es dabei zum intimen Zusammenleben von französischen Besatzern und Deutschen. Grundsätzlich war die Haltung der Deutschen ihnen gegenüber jedoch zwiespältig – noch geprägt von nationalsozialistischer Ideologie, aber vorsichtig aus Angst um Angehörige in französischer Kriegsgefangenschaft.
Der Vortrag von Fabien Théofilakis (CNRS Institut d’Histoire du Temps présent, Paris) basiert auf seinem Buch Les prisonniers de guerre allemands: France, 1944–1949 (Paris: Fayard, 2014). Seine Promotion in Geschichte an der Universität Augsburg und der Université Paris Ouest Nanterre La Défense erhielt 2011 den von der Deutsch-Französischen Hochschule, Saarbrücken verliehenen Preis für die beste deutsch-französische Dissertation.
Vortrag auf Deutsch, Eintritt frei.
Eine Kooperation des Fritz Bauer Inastituts mit dem Institut français d’histoire en Allemagne und dem Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main.