Deserteure und andere Verfolgte der NS-Militärjustiz: Die Wehrmachtgerichtsbarkeit in Hamburg

20. Mai 2014
16:00 - 18:00 Uhr
Ort: Hörsaal der Fakultät (Rothenbaumchaussee 33)
Veranstalter:

"Am 20. Mai 2014 eröffnen die Kritischen Jurastudierenden in der Zentralbibliothek Recht der Hamburger Fakultät für Rechtswissenschaft die Ausstellung "Deserteure und andere Verfolgte der NS-Militärjustiz: Die Wehrmachtgerichtsbarkeit in Hamburg". Es handelt sich um eine Konzeption der KZ Gedenkstätte Neuengamme. Die Eröffnungsveranstaltung findet am 20. Mai 2014, von 16-18 Uhr im Hörsaal der Fakultät statt (Rothenbaumchaussee 33).

Die Ausstellung

In Hamburg waren während des Zweiten Weltkriegs 13 Gerichte und andere zentrale Dienststellen der Wehrmachtsjustiz tätig, die mehr als 200 Todesurteile verhängten. Obwohl es sich also um ein bedeutendes Stück Hamburger Rechtsgeschichte handelt, ist bis heute kaum etwas über das Wirken der Militärgerichtsbarkeit bekannt. Die Ausstellung stellt Menschen vor, gegen die schwerste Strafen verhängt wurden, und versucht Handlungsmotive sowie Urteilsgründe und Hintergründe zu rekonstruieren. Auch wird die (fehlende) Aufarbeitung beleuchtet. Gerichtspersonal und weitere Täter wurden nicht belangt und setzten ihre Karrieren nach Kriegsende fort. Überlebende und Angehörige der Verurteilten kämpften lange Zeit vergebens für die Rehabilitierung der Verurteilten und für Entschädigungsleistungen, da Politik und Öffentlichkeit in Deutschland die Anerkennung des an den Deserteuren und anderen Opfern der NS-Militärjustiz begangenen Unrechts jahrzehntelang verweigerten.

Die Ausstellung soll am Ort der juristischen Ausbildung dazu beitragen, soziale, geschichtliche und philosophische Hintergründe des Rechts zu reflektieren, um das geltende Recht verstehen und verantwortungsvoll anwenden zu können.

Eröffnungsveranstaltung

Zur Eröffnung der Ausstellung wird nach einigen Grußworten durch Prodekan Prof. Dr. Jeßberger der Rechtshistoriker Dr. Peter Kalmbach mit einem Vortrag in das Thema einführen. Ludwig Baumann, der selbst von einem Wehrmachtsgericht wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt wurde, vertieft einzelne persönliche Schicksale einiger Deserteure.

Nach dem Vortrag wird es die Gelegenheit geben die Ausstellung zu besichtigen und mit Interessierten ins Gespräch zu kommen.