Bis heute vermeidet die Bundesregierung, die organisierte Vertreibung und Vernichtung von ArmenierInnen um das Jahr 1915 als Genozid zu bezeichnen. Auch die Anerkennung deutscher Mitverantwortung am Völkermord blieb bislang aus.
Der Studientag befasst sich mit zentralen Fragen zur Erinnerung(spolitik): Welche Ansätze gibt es in Deutschland im Umgang mit dem Völkermord an den ArmenierInnen? Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede zur Auseinandersetzung mit dem Holocaust lassen sich benennen? Wie lässt sich im pädagogischen Raum über Gewalterfahrungen sprechen, welche Rolle spielen Traumata und (familien-)biografische Bezüge?
Wie lässt such überhaupt erinnern - und welche Rolle kann und soll dieses Erinnern in der Migrationsgesellschaft einnehmen?
9:30 Uhr Vorträge:
"Erinnern und Anerkenen: Deutschland als Vorzeigeland?" Dr. Yvonne Robel, Universität Bremen
"Erinnern in der Diaspora: Zivilgesellschaftliche Auseinandersetzung in Deutschland" Dogan Akhanli, Autor, Köln
13:00 - 16:00 Uhr Workshops
"Räume der Erinnerung und Räume des Vergessens: Deutschland, der Völkermord an den Armeniern und die Shoah" Dr. Talin Suciyan, Universität München
"Traumafolgen in der generationalen Übertragung und das Reden über den Genozid" Dr. Kristin Platt, Institut für Diaspora- und Genozidforschung
"Multiperspektivität als pädagogische Praxis in heterogenen Lernräumen" Celine Wendelgaß, Bildungstätte Anne Frank
Um Anmeldung wird gebeten.