Der Umgang mit und die Rezeption von Antisemitismus an Gedenkstätten und Erinnerungsorten

4. April 2022
09:30 - 16:30 Uhr
Ort: Online
Veranstalter: Anne-Frank-Zentrum

Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus erfüllen unterschiedliche Funktionen – sie sind Orte der Erinnerung an die Opfer, Orte der Täter*innen und der Verbrechen, Orte der Forschung und der Dokumentation sowie der Vermittlung und des Lernens.

Oft sind diese Orte mit der Anforderung verbunden, gegen aktuelle Formen von Antisemitismus, Rassismus und andere Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit zu sensibilisieren und diesen vorzubeugen.

Die Bearbeitung von Antisemitismus war jedoch lange auf den Bereich des historischen Lernens über den Nationalsozialismus und den Holocaust begrenzt. Antisemitismus wurde dabei historisiert und nicht als ein aktuelles Problem wahrgenommen und bearbeitet.

Im Rahmen des digitalen Fachforums werden Fragen der pädagogischen Bearbeitung von Antisemitismus an Gedenkstätten und Erinnerungsorten zur Geschichte des Nationalsozialismus und Holocaust genauer in den Blick genommen.

Das Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment stellt seine Studie "Unbehagen an der Geschichte? Auseinandersetzung mit gegenwärtigem Antisemitismus in Gedenkstätten" vor, die die Wahrnehmungen und Praktiken von Gedenkstättenmitarbeiter*innen in der Rezeption von und im Umgang mit Antisemitismus untersucht hat.

Zur Anmeldung für diese digitale Veranstaltung nutzen Sie bitte das Formular auf der Webseite: www.annefrank.de/fachforum-gedenkstaetten

Anmeldung bis zum 28.03.2022.

Programm

09:30 Begrüßung und Grußworte

Anne Spiegel, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (angefragt)
Veronika Nahm, Anne Frank Zentrum, für das Kompetenznetzwerk Antisemitismus

10:00 Vorstellung und Diskussion der Studie Unbehagen an der Geschichte? Auseinandersetzung mit gegenwärtigem Antisemitismus in Gedenkstätten

Marina Chernivsky, Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment
Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai, FH Potsdam

Moderation: Franziska Göpner, Anne Frank Zentrum

11:10 Pause

11:30 Podiumsgespräch - Sollte die Bearbeitung von Antisemitismus Aufgabe von Gedenkstätten und Erinnerungsorten sein?

Deborah Hartmann, Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz
Dr. Elke Gryglewski, Gedenkstätte Bergen-Belsen
Dr. Christa Schikorra, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Veronika Nahm, Anne Frank Zentrum
Deborah Krieg, Bildungsstätte Anne Frank

Moderation: Dr. Burglinde Hagert, Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment

13:00 Mittagspause

13:45 Workshops

1. Diskriminierungssensible Zugänge in der historischen Vermittlung in der Gedenkstätte
Holger Obbarius, Gedenkstätte Buchenwald

2. Antisemitismuskritische Bildung in der Ausstellung „Alles über Anne“
Verena Haug und Jana Rosenfeld, Anne Frank Zentrum

3. Intersektionale Zugänge in der Vermittlungsarbeit der Gedenkstätte
N. N., Gedenkstätte Sachsenhausen (angefragt)

4. Grundsätze der Fallberatung bei antisemitischen Vorfällen
Irina Ginsburg, OFEK Hessen

16:00 Tagungsreflexion und Abschluss

Romina Wiegemann, Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment