Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus erfüllen unterschiedliche Funktionen – sie sind Orte der Erinnerung an die Opfer, Orte der Täter*innen und der Verbrechen, Orte der Forschung und der Dokumentation sowie der Vermittlung und des Lernens.
Oft sind diese Orte mit der Anforderung verbunden, gegen aktuelle Formen von Antisemitismus, Rassismus und andere Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit zu sensibilisieren und diesen vorzubeugen.
Die Bearbeitung von Antisemitismus war jedoch lange auf den Bereich des historischen Lernens über den Nationalsozialismus und den Holocaust begrenzt. Antisemitismus wurde dabei historisiert und nicht als ein aktuelles Problem wahrgenommen und bearbeitet.
Im Rahmen des digitalen Fachforums werden Fragen der pädagogischen Bearbeitung von Antisemitismus an Gedenkstätten und Erinnerungsorten zur Geschichte des Nationalsozialismus und Holocaust genauer in den Blick genommen.
Das Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment stellt seine Studie "Unbehagen an der Geschichte? Auseinandersetzung mit gegenwärtigem Antisemitismus in Gedenkstätten" vor, die die Wahrnehmungen und Praktiken von Gedenkstättenmitarbeiter*innen in der Rezeption von und im Umgang mit Antisemitismus untersucht hat.
Zur Anmeldung für diese digitale Veranstaltung nutzen Sie bitte das Formular auf der Webseite: www.annefrank.de/fachforum-gedenkstaetten
Anmeldung bis zum 28.03.2022.
09:30 Begrüßung und Grußworte
Anne Spiegel, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (angefragt)
Veronika Nahm, Anne Frank Zentrum, für das Kompetenznetzwerk Antisemitismus
10:00 Vorstellung und Diskussion der Studie Unbehagen an der Geschichte? Auseinandersetzung mit gegenwärtigem Antisemitismus in Gedenkstätten
Marina Chernivsky, Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment
Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai, FH Potsdam
Moderation: Franziska Göpner, Anne Frank Zentrum
11:10 Pause
11:30 Podiumsgespräch - Sollte die Bearbeitung von Antisemitismus Aufgabe von Gedenkstätten und Erinnerungsorten sein?
Deborah Hartmann, Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz
Dr. Elke Gryglewski, Gedenkstätte Bergen-Belsen
Dr. Christa Schikorra, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Veronika Nahm, Anne Frank Zentrum
Deborah Krieg, Bildungsstätte Anne Frank
Moderation: Dr. Burglinde Hagert, Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment
13:00 Mittagspause
13:45 Workshops
1. Diskriminierungssensible Zugänge in der historischen Vermittlung in der Gedenkstätte
Holger Obbarius, Gedenkstätte Buchenwald
2. Antisemitismuskritische Bildung in der Ausstellung „Alles über Anne“
Verena Haug und Jana Rosenfeld, Anne Frank Zentrum
3. Intersektionale Zugänge in der Vermittlungsarbeit der Gedenkstätte
N. N., Gedenkstätte Sachsenhausen (angefragt)
4. Grundsätze der Fallberatung bei antisemitischen Vorfällen
Irina Ginsburg, OFEK Hessen
16:00 Tagungsreflexion und Abschluss
Romina Wiegemann, Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment