Veranstalter: Gedenkstättenverbund Gäu-Neckar-Alb e.V. und die KZ-Gedenkstätten Bisingen, Eckerwald, Hailfingen-Tailfingen sowie der Arbeitskreis „Wüste“ Balingen Die Tagung wird von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und der Gemeinde Gäufelden gefördert. Vormittag:
Die Wirkungsgeschichte der früheren KZ-Außenlagern in der Region und die Entstehung der Gedenkorte in den 1980er- und 1990er-Jahren werden vorgestellt. Die Nachkriegsgeschichte bis zur Gründung der KZ-Gedenkstätten ist noch teilweise wenig erforscht oder zumindest kaum bekannt. Ein Einführungsvortrag zur Erinnerungskultur nach 1945 sowie ein Beitrag, der die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Vorgeschichte der KZ-Gedenkstätten in der Region behandelt, werden den ersten Teil der Tagung einrahmen.
Nachmittag: Neue Bildungskonzepte in den KZ-Gedenkstätten sowie Vermittlungsangebote von anderen Institutionen (Verein Courage, Schule, Volksbund, Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit etc.) werden in acht Workshops präsentiert. Gemeinsam mit dem abschließenden Podiumsgespräch sollen Impulse für eine Zukunft des Erinnerns gesetzt werden, die auch die Bedürfnisse junger Menschen berücksichtigen.
Die Tagung richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer, Studierende, junge Menschen, Mitglieder der Gedenkstätten, aber auch an VertreterInnen aus Politik, Kirchen, Verbänden sowie an eine interessierte Öffentlichkeit.
Anmeldung zur Tagung:
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist jedoch bis 7. Oktonber per mail unter folgender email-Adresse erforderlich: Dr. Martin Ulmer, Ulmer@gedenkstaettenverbund-gna.org Ein Mittagessen (vegan, vegetarisch und nichtvegetarisch) wird für 5 Euro
angeboten. Am Nachmittag können sich die Teilnehmenden an zwei Workshops
beteiligen. Bei der Anmeldung per Email sollte daher die Adresse, das Mittagessen (vegan, vegetarisch, nichtvegetarisch) und die zwei gewünschten Workshops angegeben werden.
Telefonische Auskunft über 0174-3046043, weitere Infos: www.gedenkstaettenverbund-gna.org
Programm
Rahmenthema am Vormittag:
Der schwierige Weg des Erinnerns und langwierige Entstehung der KZ-Gedenkstätten
9.00 Uhr Begrüßung, Tagungshinweise , Grußwort des Bürgermeisters Johannes Buchter
9.15 Uhr Dr. Jens-Christian Wagner, Stiftung niedersäschischer Gedenkstätten:
Erinnerungskultur in Deutschland von 1945 bis in die 1990er Jahre
10.15 Uhr
Dr. Andreas Zekorn Kreisarchiv im Zollernalbkreis:
KZ-Friedhöfe - Die ersten KZ-Gedenkstätten für die Opfer des Unternehmen „Wüste“
10.45 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr – 13 Uhr: 6 Kurzvorträge
Doris Astrid Muth, KZ-Gedenkstätten Bisingen:
Vom Vorwurf der Nestbeschmutzung zur Verleihung der Staufermedaille. Phasen der Erinnerungsgeschichte in Bisingen
Gerhard Lempp, KZ-Gedenkstätte Eckerwald:
Der Gedenkpfad Eckerwald und seine Vorgeschichte
Dr. Michael Walther, Arbeitskreis „Wüste“ Balingen:
Vergessene Geschichte: Gleichgültigkeit und Verdrängen – die KZ-Außenlager in Erzingern und Frommern und derr Arbeitskreis „Wüste“ Balingen
Immo Opfermann, Arbeitskreis „Wüste“ Balingen:
Gedenkpfad beim SchieferErlebnis Dormettingen
Volker Mall, KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen:
Beschwiegen und verdrängt – Der lange Weg zur Errichtung einer Gedenkstätte für die Opfer des Konzentrationslagers Hailfingen/Tailfingen
Marco Brenneisen, Historiker, Mannheim:
Alles gleich? Die erinnerungskulturelle Entwicklung in den Orten der „Wüste“-Lager und des KZ Hailfingen-Tailfingen im Spiegel der Wirkungsgeschichte der ehemaligen Außenlager des KZ Natzweiler nach 1945.
13 Uhr Mittagspause
Rahmenthema am Nachmittag :
Zukunft des Erinnerns – neue Bildungs- und Vermittlungsansätze
14.00 Uhr: acht Workshops (nach einer Stunde gibt es einen Wechsel, so dass alle Teilnehmenden zwei unterschiedliche Workshops besuchen können)
1. Harald Roth:
Skulpturenpfad – Ein Kreativprojekt in Zusammenarbeit mit „Aktion Sühnezeichen /Friedensdienste“ – Infotafeln erzählen die Geschichte des KZ-Außenlagers
2. Anja Rösner und Gerhard Lempp mit Schülern des Albertus Magnus Gymnasiums Rottweil:
Gedenkstättenarbeit und Theater
3. Schwester Silvia Pauli:
„Das Schweigen brechen“- die Enkelin eines Täters verarbeitet ihre Geschichte im Film
4. Juliette Constantin, Konstantin Schönleber:
Die Arbeit der Jugendguides mit Jugendlichen in KZ-Gedenkstätten
5. Dr. Michael Hoffmann, Kompetenzzentrum für historische Landeskunde im Unterricht:
Vom Klassenzimmer zur Gedenkstätte und wieder zurück: Die Angebote des Landesbildungsservers zur Arbeit mit Gedenkstätten im Unterricht.
6. Sebastian Steinebach, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
Lernen am außerschulischen Ort. Friedenspädagogisches Arbeiten am Denkmal
7. Dr. Christine Glauning, Leiterin des Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin Visualisierung der Geschichte der Zwangsarbeit an einem historischen Ort
8. Lena-Katharina Schmitt und Nadja Kaiser, Netzwerk für Demokratie und Courage Gedenkstättenarbeit gegen Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Antisemitismus und Rassismus – geht das?
16.30 Uhr Kaffeepause
17.00 – 18.00 Uhr
Podiumsgespräch:
Wie sehen KZ-Gedenkstätten in der Zukunft aus?
Mit Dr. Jens-Christian Wagner,, Dr. Christine Glauning, Eberhard Abele, Juliette Constantin, Andreas Kroll
Moderation: Sibylle Thelen, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg