Buchvorstellung
Der Nationalsozialismus und die Antike
Prof. Dr. Johann Chapoutot, Universität Paris III Sorbonne Nouvelle
In seiner 2014 unter dem Titel „Der Nationalsozialismus und die Antike“ auf Deutsch vorgelegten Studie geht der Historiker Johann Chapoutot dem Verhältnis von Nationalsozialismus und Antike nach. Er zeigt die vielgestaltigen Bestrebungen der NS-Führung auf, die Geschichte in ihrem Sinne zu vereinnahmen. Die sogenannte Ursprungsthese, wonach alle Hochkulturen letztendlich ihren Ursprung bei den nordischen Ariern gehabt hätten, ermöglichte nicht nur die Glorifizierung der vermeintlich „primitiven“ Germanen durch die SS und andere NS-Akteure. Sie diente auch als Rechtfertigung deutscher Expansionsbestrebungen. Neben dieser Instrumentalisierung der Antike stellt Johann Chapoutot in seinem Vortrag auch ihre vielfältigen künstlerischen Nachahmungen während der NS-Herrschaft dar, die sich in der neorömischen Architektur, der neo-griechischen Nacktheit in Kunst und Sport oder der antikisierenden Ästhetik der Parteitage widerspiegeln.
Do, 02.06.2016, 18.30 Uhr
Eintritt frei