Man mag vermuten, dass Gärten, Landschaftsbau oder die Natur allgemein für Menschen in den Gettos nur von marginalem Interesse waren, wenn sie sich in Texten mit ihren Schicksalen beschäftigten. Tatsächlich aber finden sich in Zahllosen Tagebüchern aus dem Getto Lodz/Litzmannstadt, in der zwischen 1941 und 1944 in der Verwaltung des "Judenältesten" entstandenen "Getto-Chronik", aber auch in späteren Memorien oder Romanen viele Beschreibungen von Getto-Gärten, "Getto-Naherholungsgebieten" oder der Getto-Landschaft. Der Vortrag versucht, diese Texte zu systematisieren und zu zeigen, welche ungeheure Bedeutung der Gestaltung der Natur auch in dieser Zwangsgemeinschaft zukam.