"Der Krieg ist vorbei. Das Leid der Opfer noch lange nicht"

7. Mai 2018
10:00 - 16:30 Uhr
Ort: Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz

Zur Lehrerfortbildung "Der Krieg ist vorbei. Das Leid der Opfer noch lange nicht" lädt die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz am Montag, 7. Mai 2018 von 10.00-16.30 Uhr in die Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert ein.


Nach einer Einführung ins Thema durch Steffen Reinhard und dem kurzen Vortrag "Das KZ-Syndrom", ist der Hauptprogrammpunkt des Vormittags der Bericht der Zeitzeugin Anne Böhnisch über die jahrelange Suche nach ihren Eltern. Anschließend steht Frau Böhnisch für Fragen und Diskussion zur Verfügung.


Der Nachmittag beginnt um 14.00 Uhr mit einer Computer-Präsentation zu vergessenen Opfergruppen. Anschließend geht es in zwei arbeitsteiligen Quellenarbeiten zu NS-Opfern und -Tätern weiter:

Emil S. war nach Nazidiktion Halbjude und musste nach dem Krieg jahrelang um Anerkennung als NS-Opfer kämpfen und wurde auch weiter nach Paragraph 175 verfolgt. Karl-Heinz D. von der Gestapo Trier dagegen wurde sein Antrag auf Gewährung einer Entschädigung nach § 3 Kriegsentschädigungsgesetz als Kriegsgefangener von 1945-47 genehmigt und seiner weiteren Karriere schadete es nicht bei der Gestapo gewesen zu sein.

Vor der Abschlussdiskussion gibt es eine weitere Computer-Präsentation zu den ehemaligen Hinzert-Häftlingen und ihrem Leben nach der Befreiung.


Zum Thema

Am 8. Mai 1945 endet der Zweite Weltkrieg in Europa. Doch für viele Verfolgte des NS-Regimes ist das Leid damit noch lange nicht vorbei. Die Verfolgung während des Nationalsozialismus, die Erlebnisse der Lagerhaft begleiten sie weiter. Um Unterstützung und Entschädigung musste vielfach gestritten werden. Die meisten standen nach ihrer Befreiung vor dem Nichts. Wie verarbeiteten diese Menschen Trauer und Verlust?

Wo und wie konnten sie ein neues Leben beginnen? Mit welchen Schwierigkeiten waren sie konfrontiert? Was bewegt viele von ihnen dazu, von ihrem Schicksal Zeugnis abzulegen? Anhand von Einzelschicksalen soll aufgezeigt werden, dass mit dem Kriegsende das Leid der Verfolgten noch lange nicht vorbei war, aber die Karriere so manchen Täters weiter ging.