Lesung und Diskussion mit Lorenz S. Beckhardt, Köln
Lorenz S. Beckhardt, in einem katholischen Internat erzogen, erfährt erst als Achtzehnjähriger, dass er Jude ist. Durch seine langjährigen Recherchen und Reisen erhellt sich ihm das Leben seiner Vorfahren. Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen deutsch-jüdischen Familie – von aufstrebenden Kaufleuten im 19. Jahrhundert über den Großvater Fritz Beckhardt, den glühenden Patrioten und mutigen Pilot im Ersten Weltkrieg, bis zur Generation, die nach 1945 einen Neuanfang im Land der Täter wagt. Bewegend schildert Lorenz Beckardt die Schicksale seiner Verwandten und die eigene Selbstfindung, die Folgen von Schweigen, Verdrängen, den schweren Neubeginn in der alten Heimat, die alltägliche Demütigung durch Nachbarn und den zermürbenden Streit um die Rückerstattung des Eigentums.
Lorenz S. Beckhardt ist Journalist. Als Autor, Redakteur und Reporter arbeitet er für die ARD, den WDR und 3sat.