Der „Hungerplan“. Ernährung als Teil des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion

Vortrag/Vorlesung
8. April 2014
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
Veranstalter: Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst

Vortrag: Dr. Christoph Dieckmann, Keele University, Großbritannien

Als die Wehrmacht im Juni 1941 einen grausamen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion begann, waren ihre Kommandeure angewiesen, Teile der Zivilbevölkerung systematisch verhungern zu lassen. Mehrere Reichsministerien hatten einen „Hungerplan“ entworfen, der es dem das Deutschen Reich ermöglichen sollte, den in Europa entfachten Krieg zu einem siegreichen Ende zu führen. Auf Kosten der sowjetischen Bevölkerung würde sich zuerst die Wehrmacht, später die Bevölkerung des Deutschen Reiches ernähren: „Hierbei werden zweifellos zig Millionen Menschen verhungern, wenn von uns das für uns Notwendige aus dem Lande herausgeholt wird“, hieß es zynisch in dem entsprechenden Planungspapier.

Dr. Christoph Dieckmann erläutert den Zusammenhang zwischen nationalsozialistischer Ernährungspolitik und Kriegführung der Wehrmacht in der Sowjetunion. Dieckmann studierte Geschichte, Soziologie und Wirtschaftswissenschaften in Göttingen, Jerusalem und Hamburg. Seit 2005 lehrt er moderne europäische Geschichte an der Keele University in Großbritannien. Er ist Herausgeber einschlägiger Quellen zur NS-Politik und Autor der zweibändigen Publikation „Deutsche Besatzungspolitik in Litauen 1941–1944“ (Wallstein Verlag 2011).

Der Vortrag Dieckmanns ist die wissenschaftliche Einleitung zum Dokumentartheater-Projekt des Historikerlabors „Die Hungerplan-Konferenz – Die Neuordnung Europas und der Vernichtungskrieg 2. Mai 1941/2014“, das vom 2. Mai 2014 (Uraufführung) bis zum 11. Mai 2014 im Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst gastieren wird: www.museum-karlshorst.de/de/veranstaltungen.html

Eintritt:

frei

Verkehrsverbindung:

S-Bhf Karlshorst, S 3, Bus 296

U-Bhf Tierpark, U5, Bus 296