Zum Ende und im Anschluss an die Ausstellung „Kinder im Krieg – Polen 1939 – 1945“ kann in der Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße die Frage nach dem Geschehen vor 75 Jahren weiter verfolgt werden.
Ein inszenierter Kriegsanlass und seine filmische Dokumentation
Wenige Tage nach dem Mauerbau kam 1961 ein DEFA-Film in die Kinos der DDR, der Aufsehen erregte: „Der Fall Gleiwitz“. Die „Dokumentation mit künstlerischen Mitteln“, die mit einer expressiven Formsprache an Eisenstein und ihrer Musik an ein Brecht-Eisler-Stück erinnerte, verließ auch inhaltlich den üblichen Rahmen: Im Mittelpunkt stand der SS-Mann Helmut Naujoks, der mit der Inszenierung der angeblich polnischen Grenzprovokation am Reichssender Gleiwitz die Rechtfertigung schaffen sollte, um „seit 5.45 Uhr zurückzuschießen“. – Der Filmhistoriker Eyke Isensee kommentiert Form und Inhalte des etwa einstündigen Spielfilms.