Zum Vortrag "Das Warschauer Ghetto - Alltag und Widerstand in Angesicht der Vernichtung" laden die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB) und WARMAISA - Gesellschaft zur Förderung und Pflege jüdischer Kultur in Worms am Mittwoch, 11. März 2015 um 18.00 Uhr in die Gedenkstätte KZ Osthofen (Ziegelhüttenweg 38) ein. Dr. Markus Roth, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Herder Instituts Marburg und stellvertretender Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Universität Gießen, entwirft in seinem Vortrag ein Bild vom furchtbaren Alltag im Ghetto.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung "Warschauer Ghetto - Tomi Ungerer: Szenen aus dem Warschauer Getto" statt, die noch bis zum 29. März 2015 in der Gedenkstätte KZ Osthofen zu sehen ist.
Im Warschauer Ghetto
waren 1940 - 1943 von den Nazis insgesamt etwa 500.000 Menschen eingepfercht, mehr als in jedem anderen Ghetto im von Deutschland besetzten Europa. Sie hungerten, wurden krank, litten und starben. Die Angst vor der Gewalt der deutschen Peiniger war ihr täglicher Begleiter. Ab Mitte 1942 wurden viele im Ghetto Lebende in die Vernichtungslager transportiert.
Am 19. April 1943 begann der Aufstand gegen die Peiniger. Viele kämpften, teils ohne Waffen, einen heroischen Kampf. Sie kämpften gegen Hunger und Krankheiten, für die Bildung ihrer Kinder, für ihr kulturelles Leben und um ihre körperliche und geistige Selbstbehauptung. Sie lieferten der nationalsozialistischen Besatzungsmacht bis zum 16. Mai 1943 erbitterte Gefechte.
Zur Ausstellung
In der Ausstellung "Warschauer Ghetto - Tomi Ungerer" setzt sich der Künstler in sehr persönlichen Illustrationen, die freundlicherweise vom Tomi Ungerer-Museum in Straßburg zur Verfügung gestellt werden, mit dem grauenhaften Horror im Warschau Ghetto auseinander. Ungerer schuf diese Illustrationen für das 2004 erschienene Buch "Zvi Kolitz - Jossel Rakovers Wendung zu Gott". Gemeinsam mit dem Verein Warmaisa e.V. wird ein umfangreiches Begleitprogramm zur Ausstellung angeboten.